Studie der Bundesregierung:

E-Mobilität gefährdet über 400.000 Jobs

Der Umbau auf Elektroantriebe könnte in Deutschland bis 2030 Hunderttausende Jobs kosten – das hat eine Studie für die Bundesregierung ergeben.

Die Konstruktion von E-Autos erfordert wesentlich weniger Arbeitskräfte als der Bau eines Verbrenners: Der Umstieg auf das ideologisch gehypte E-Mobil würde daher den Wegfall von mehr als 400.000 Jobs bedeuten

Die Umstellung auf die Elektromobilität könnte schwere Jobverluste mit sich bringen: Allein in der Produktion von Motoren und Getrieben könnten bis zu 88.000 Stellen wegfallen, heißt es im »1. Zwischenbericht zur strategischen Personalplanung und -Entwicklung im Mobilitätssektor« der »Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität« (NPM) für die Bundesregierung.

»Insgesamt sind die technologiegetriebenen Arbeitsplatzverluste aufgrund der Umstellung auf den Elektroantrieb bei Pkw unter den pessimistischen Annahmen zum steigenden Importbedarf als sehr hoch zu bewerten«, schreiben die NPM-Studienmacher weiter und stellen in Aussicht, dass es in Deutschland im Jahr 2030 unter diesen Annahmen fast 410.000 (ca. 0,91 %) Arbeitsplätze weniger geben könnte.

Grundlage der Berechnung ist die einfachere Bauweise von E-Mobilen: Während in einem Verbrennungsmotor mindestens 1.200 Teile verbaut werden, sind es beim Elektromotor nur rund 200. Durch die Verdrängung der klassischen Autos mit Verbrennungsantrieb durch die ideologiegetriebene Elektromobilität steigt der Verlust von Arbeitsplätzen in der klassischen Automobilindustrie und den davon abhängigen Zulieferbetrieben.

Damit die Jobverluste so gering wie möglich ausfallen, fordert die NPM-Arbeitsgruppe die Unternehmen zu strategischer Personalplanung auf. Außerdem müssten regionale Qualifizierungszentren aufgebaut werden, in denen Firmen, Arbeitsagentur und Weiterbildungsträger zusammenarbeiten.

Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität – bis Ende 2018 »Nationale Plattform Elektromobilität« (NPE) – ist ein Beratungsgremium der deutschen Bundesregierung zur Elektromobilität. Sie setzt sich aus Spitzenvertretern der Industrie, Politik, Wissenschaft, Verbänden und Gewerkschaften zusammen. Sie wurde am 3. Mai 2010 bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel ins Leben gerufen. Ausgerufenes Ziel der NPM war es, Deutschland bis 2020 zum Leitmarkt und zum Leitanbieter für Elektromobilität zu machen.

Mit scharfer Kritik an den hohen Prognosen zu Jobverlusten der NPM äußerte sich bereits der auf E-Kurs gebrachte Verband der Automobilindustrie (VDA). Die Annahme, dass in den kommenden Jahren bis zu 410.000 Stellen wegfallen könnten, gehe von einem unrealistischen Extremszenario aus, versichert VDA-Geschäftsführer Kurt-Christian Scheel laut ›Spiegel‹.

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