»Tag der Muttersprache«

Deutsch gehört endlich in das Grundgesetz!

Deutsche Sprache, schwere Sprache: Vor 19 Jahren führte die UNESCO den »Tag der Muttersprache« ein. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen will damit jeweils am 21. Februar auf Sprachen hinweisen, die aussterben könnten. Wenn die Deutschen so weitermachen mit Anglizismen und Gender-Gaga, dürfte ihre Sprache bald auch zu den bedrohten Arten gehören.

Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch: Auch von Politikern ist nun ein klares Bekenntnis zur deutschen Sprache gefordert

Heute ist ein besonderer Tag – es ist der »Tag der Muttersprache«, vorliegend also unserer gemeinsamen deutschen Sprache. Die 1933 in die USA emigrierte jüdische Publizistin Hannah Arendt (1906–1975) beschrieb ihr »größtes Erlebnis« einmal so: »Wenn man nach Deutschland zurückkommt, abgesehen von dem Wiedererkennenserlebnis, dass auf der Straße Deutsch gesprochen wurde, hat mich unbeschreiblich gefreut!«

Der frühere schwedische Außenminister Hans Blix machte der deutschen Sprache das vielleicht schönste Kompliment: »Ich gebe zu, dass mein Verhältnis zur deutschen Sprache wie mein Verhältnis zu meiner Frau ist: Ich liebe sie, ich bewundere sie, ich verstehe sie meistens, aber ich beherrsche sie nicht.«

Der deutsche Patriot, Freiheitskämpfer und Schriftsteller Ernst Moritz Arndt (1769–1860) sah es weniger verklärt: »Wer seine Sprache nicht achtet und liebt, kann auch sein Volk nicht achten und lieben.«

Es gibt rund 7.000 Sprachen/Dialekte auf der Welt. Nicht einmal 200 können von sich behaupten, Nationalsprache zu sein. Mit dem Internationalen »Tag der Muttersprache« soll auf das verbreitete Sprachensterben, vor allem von kleineren Minderheitensprachen, aufmerksam gemacht werden. Wenn wir nicht gewaltig aufpassen, steht auch Deutsch bald unter Artenschutz.

Wo Sprache verödet, da verödet das Denken. Sprache ist das wichtigste Werkzeug des Menschen, um Kultur zu schaffen und diese kommenden Generationen zugänglich zu machen. Dass ausgerechnet im »Land der Dichter und Denker« fleißig daran gewerkelt wird, die deutsche Sprache als kulturstiftendes Identitätsmerkmal zu schleifen, hat System. Es ist der Ungeist der »68er« und ihrer »Antifa«-Nachkommen (»Deutschland, du mieses Stück Scheiße«).

Vor allem die deutsche Schulpolitik mit ihrem sprachlichen Minimalismus steht voll in der »68er«-Tradition. Beispiele: die geringe Stundenausstattung des Faches Deutsch; das Herunterfahren des Grundwortschatzes auf nur noch 700 Wörter aktiven Wortschatzes am Ende der Grundschule; der Verzicht auf das Auswendiglernen von Gedichten.

Schulbuchverlage haben eine ganze Reihe von klassischen Werken »modernisiert«. Goethes »Götz«, Schillers »Räuber«, Storms »Schimmelreiter«. An vielen Schulen dominiert »Kanak-Sprak«: »Ey Mann, voll krass«; »Alter, isch schwör dir – isch mach disch Messer«.

Weil die Rechtschreibung den »68ern« als Herrschaftsinstrument galt, wollte man ihr den Garaus machen – was mit diversen »Rechtschreib-Reformen«, zuletzt in der Fassung von 2006, auch teilweise gelungen ist. Immer mehr Junge und Alte glauben, man könne heute so schreiben, wie man will/hört. Die Erleichterungspädagogik, die eine phonetische Schreibweise ausdrücklich erlaubt, tut ein Übriges. Der »globalisierte Deutsche« spricht heutzutage BSE – »Bad Simple English« – oder Denglisch. Wohin man guckt: Meeting Point, Ticket Office, Job Center, City Call, Headquarter, Bratwurst-Point, kein Kaufhaus ohne riesige Sale-Schilder. Die Beispiele füllen ein stattliches Wörterbuch. Der »Anglizismen-Index« des IFB-Verlags Paderborn listet 7.500 solcher Sprachverhunzungen auf.

Last, but not least, um im Sprachbild zu bleiben, der/das Gender-Gaga:

Da werden in Großstädten Ampelfrauen neben Ampelmännchen gefordert – die aber nicht typisch weiblich aussehen dürfen. Das Bundesfamilienministerium befürwortet geschlechterübergreifende Unisex-Toiletten an Schulen – für Schüler, die sich selbst weder als Mann noch als Frau empfinden. In Hannover hat es der/das Gender-Gaga sogar zur Amtssprache geschafft:

▶ Aus dem »Rednerpult« wird das »Redepult«;
▶ »Lehrer« werden zu »Lehrenden«;
▶ Der »Ansprechpartner« wird durch »Auskunft gibt« ersetzt.

Und wenn kein sprachlicher Kunstgriff mehr hilft, sorgt der sogenannte Gender-Stern für ein politisch-korrektes Gewissen. So ersetzen die neuen Regeln in Hannover »der Ingenieur/die Ingenieurin« durch »der*die Ingenieur*in«. Beim Vorlesen soll der Stern »eine kurze Atempause kennzeichnen«, lautet die neue amtliche Sprachregelung.
Der »Verein Deutsche Sprache e. V«. fordert, folgenden Artikel ins Grundgesetz aufzunehmen: »Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch.« Der »Deutschland-Kurier« schließt sich dieser Forderung ausdrücklich an.

BEGRÜNDUNG:
Starke Kräfte in der internationalen Konzernwirtschaft und in der Wissenschaft wollen die deutsche Sprache in unserem Sprachraum durch Englisch ersetzen. Sie berufen sich dabei auf die »Globalisierung«. So gibt es aktuell Bestrebungen, Deutsch als Gerichtssprache, als Sprache der öffentlichen Verwaltung und der Wissenschaft an staatlichen Hochschulen abzuwerten und stückweise preiszugeben. In der EU spielt Deutsch kaum noch eine Rolle. Massenmedien fördern diese Entwicklung. Eine demokratische Zustimmung für einen solchen Sprachwechsel gibt es nicht. Eine präzise, allgemein verständliche Landessprache ist aber eine unersetzliche Ressource für jede persönliche und gesellschaftliche Aktivität. Sie ist ebenso wichtig wie Luft, Wasser, Boden und Kapital. Ohne eine verbindliche Verständigungsgrundlage funktioniert buchstäblich gar nichts, weder in Staat und Gesellschaft noch in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur oder Technik. (oys)

Drucken