Thüringer CDU-Fraktionsvize geht auf Merkel los:

»Leute sind von den etablierten Parteien angewidert«

»Wenn sich Frau Merkel aus Südafrika einschaltet und fordert, dass das Ergebnis ›rückgängig‹ zu machen ist – da habe ich kein Verständnis«: Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, verteidigt die Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten von Thüringen

Der Fraktionsvize der CDU im Thüringer Landtag, Michael Heym, hat scharfe Kritik an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer Einmischung nach der Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Drei-Tage-Ministerpräsidenten geübt.

»Wenn sich Frau Merkel aus Südafrika einschaltet und fordert, dass das Ergebnis ›rückgängig‹ zu machen ist – da habe ich kein Verständnis«, sagte Heym der ›Zeit‹. Er betonte, es dürfe »keinen wundern, wenn sich Leute, die vor 30 Jahren auf die Straße gegangen sind, angewidert von den etablierten Parteien abwenden«.

Die Wahl von Thomas Kemmerich mit Stimmen der AfD sei im Übrigen in Ordnung gewesen. »Mir war völlig bewusst, dass die AfD für Kemmerich stimmen könnte. Dass es nun so gekommen ist, finde ich nicht schlimm. Aus meinem Wahlkreis habe ich Bestätigung erfahren: Richtig so! Standhaft bleiben!«, wird Heym zitiert.

Dem Portal ›Südthüringen.de‹ zufolge hat sich der CDU-Politiker auch über eine »mediale und gesellschaftliche Hetzjagd« nach der Wahl Kemmerichs beschwert. Dessen Wahl sei ein »demokratisch legitimiertes Ergebnis« gewesen. Wenn man damit nicht leben könne, »muss man die AfD verbieten«, so der Erfurter CDU-Fraktionsvize.

Merkel hatte die Wahl von Kemmerich mit Stimmen der AfD als »unverzeihlich« bezeichnet und gefordert, das Wahlergebnis »rückgängig« zu machen.

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