Triumphator der Woche:

Boris Johnson

Nicht lange fackeln und gleich Nägel mit Köpfen machen: Der britische Premierminister Boris Johnson macht wieder mal vor, wie es geht. Da mögen die Regierungsmedien in anderen europäischen Staaten sich noch so sehr über ihn lustig machen und ihre faden Trump-Bashing-Sprüche auf den hochgebildeten Exzentriker von der Insel übertragen, der Homer auf Altgriechisch aus dem Gedächtnis zitieren kann: Boris Johnson rammt derweil einen Pflock nach dem anderen ein.

Erster Pflock: »Konjunkturpaket«, aber richtig. Damit das besonders schwer getroffene Gastronomiegewerbe wieder aus der Corona-Krise kommt, wird bei Johnson geklotzt und nicht gekleckert. Die Mehrwertsteuer für »Waren und Dienstleistungen des Gastgewerbes« wird drastisch gesenkt, von 20 auf 5 Prozent. Keine zaghaften Trippelschritte, keine zahllosen Ausnahmen, sondern eine klare Ansage mit »Wumms«. Das kommt nicht nur Bars, Restaurants und Hotels zugute, sondern auch Vergnügungsparks und Zoos.

Zweiter Pflock: keine Angst vor China. Während Merkel und die EU herumlavieren, findet Boris Johnson deutliche Worte zum »Sicherheitsgesetz«, mit dem Peking Hongkong gleichschalten will. Und er zeigt Verantwortung für die Bürger der ehemaligen britischen Kronkolonie. Wer einen britischen Überseepass hat – rund drei Millionen Hongkonger haben einen oder sind berechtigt, ihn zu beantragen –, der kann erleichtert nach Großbritannien einreisen. Sollen Deutschland, Frankreich und die anderen sich doch Analphabeten und Steinzeit-Islamisten aus Nordafrika und dem Mittleren Osten ins Land holen, Großbritannien öffnet seine Tore lieber für die Fleißigen, Motivierten und Qualifizierten.

Dritter Pflock: Schluss mit den Brüsseler Faxen. Pünktlich zur Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Deutschland kommt die deutliche Ansage: Wenn bis Jahresende kein Austrittsabkommen fertig verhandelt ist, kommt es eben zum »harten Brexit«. Auf die Brüsseler Strategie, die Verhandlungen durch unerfüllbare Forderungen zu verschleppen und London mit immer neuen Fristverlängerungen weiter festzuhalten, lässt Johnson sich nicht ein. Kanzlerin Merkel, die die Briten nicht zuletzt mit ihrer chaotischen Migrationspolitik aus der EU getrieben hat, kann jetzt sehen, was sie daraus macht. Großbritannien schaut jedenfalls nach vorne und macht sich frei.

Wer Boris Johnson unterschätzt, der hat sich eben schnell verschätzt. Der britische Premier hat seinen Kopf und setzt ihn durch. Er ist unser Triumphator der Woche.

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