Triumphator der Woche:

Donald Trump

Besser hätte es für den US-Präsidenten kaum noch laufen können: Das Amtsenthebungsverfahren, das die Demokraten wegen einer Lappalie vom Zaun gebrochen hatten, hat er vom Hals – keine Zeugenanhörungen, Freispruch im Senat, wo seine Partei die Mehrheit hat, die Linken stehen als die Gelackmeierten da.

Deren Wortführerin, die Sprecherin im Repräsentantenhaus Nancy Pelosi, verlor da glatt die Nerven. Kaum hatte Trump sich in seiner Rede zur Lage der Nation – »State of the Union« – ausgiebig für seine Erfolge gefeiert, zerriss sie demonstrativ vor allen Kameras sein Redemanuskript wie ein trotziges Kleinkind. Die Bilder gingen um die Welt – als kostenlose Wahlkampfmunition für Trump.

Dass die US-Demokraten schön langsam die Nerven verlieren, kann man ihnen kaum verdenken. Dem Präsidenten scheint gerade alles zu gelingen, ihnen klebt das Pech wie Hundedreck am Schuh. Während Trump bei den ersten Vorwahlen in Iowa, die traditionell das Rennen um die Präsidentschaft eröffnen, unangefochten mit souveränen 97 Prozent die Republikaner-Delegierten einsammelte, brach bei den Demokraten das Zähl-Chaos aus; erst nach zwei Tagen konnten sie Ergebnisse liefern, und die waren noch widersprüchlich.

Die Favoriten des linken Medien-Mainstreams – die Radikalsozialisten Bernie Sanders und Elizabeth Warren und der tief im Establishment verfilzte Joe Biden – schauten jedenfalls in die Röhre. Auch diese Pointe wurde Trumps Wahlkampfteam auf dem Silbertablett serviert: Die wollen das Land führen und kriegen nach monatelanger Vorbereitung nicht einmal eine Vorwahl gebacken.

Donald Trump ist, wie seinerzeit Ronald Reagan, zweifellos einer der meistunterschätzten Präsidenten der USA. Seine Strategie ist clever: Er zieht seine Projekte durch und spielt den Widerstand aus dem Establishment aus, indem er ihre Positionen durch Übertreibung ins Absurde zieht und so neutralisiert. Seine Gegner in Politik und Medien durchblicken es nicht und stellen ihn als »Clown«, Trottel oder Irren hin, während er seine eigene Agenda verfolgt.

Auf diese Weise hat Trump Zug um Zug seine Wahlversprechen eingelöst: Rückzug der Soldaten aus ideologischen Konflikten, wo es nichts zu gewinnen gibt; Kündigung unvorteilhafter Verträge wie Pariser Klimaabkommen und Iran-Atomdeal, Mexiko zur Eindämmung illegaler Migration zwingen, China und die EU zu besseren Handelsabkommen veranlassen, und nebenbei die Wirtschaft wieder in Schwung bringen.

Kein Wunder, dass sie ihn hassen. Ein Spitzenpolitiker, der nach der Wahl macht, was er vorher angekündigt hat, und seine Wahlversprechen einlöst, statt sie zu brechen oder zu beerdigen – das bringt nicht nur den Merkel-treuen deutschen Mainstream auf die Palme. Wird er im November wiedergewählt, dürften die Gesichter noch länger sein als vor vier Jahren. Dem Triumphator kann’s egal sein.

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