Triumphator der Woche:

Hans-Werner Sinn

Als Präsident des ifo Instituts und Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München ist Hans-Werner Sinn längst emeritiert – als hellsichtiger Mahner und Warner vor den finanz- und wirtschaftspolitischen Torheiten der Regierenden ist er unverdrossen präsent wie eh und je.

Soeben ist sein neuestes Buch erschienen: »Der Corona-Schock – wie die Wirtschaft überlebt.« Mit der deutschen Krisenpolitik ist er noch gnädig, aber am europäischen »Rettungs«-Wahnsinn, der in einem »billionenschweren Wiederaufbaufonds« zur Verschiebung deutschen Volksvermögens an die südeuropäischen Pleitestaaten, genauer: an deren Gläubiger in der Finanzindustrie, lässt er kaum ein gutes Haar.

Dass sich ausgerechnet »Solidaritäts«-besoffene linke Politiker dafür begeistern, mit Billionen-Umverteilung die Reichen noch reicher zu machen, kommentiert Sinn gewohnt souverän-ironisch. Corona ist nicht die Ursache der Krise im Süden, sondern der willkommene Vorwand, alle Hemmungen über Bord zu werfen. Die von Sinn vorhergesagte Folge: Hyperinflation und letztlich das Zerbrechen von Euro und EU.

Es ist nicht das erste Mal, dass der nüchterne Ökonom den Mächtigen in die Propagandasuppe spuckt. Sein Verdienst ist es, die Billionen-Schiebung um die sogenannten Target-2-Salden aufgedeckt zu haben: Über das Euro-Finanzierungssystem gewährt Deutschland anderen Euro-Staaten quasi unbegrenzten Überziehungskredit.

Im Gegenzug für reale Waren und Werte aus deutscher Produktion stehen Forderungen an die Zentralbanken Italiens, Spaniens und anderer in den Büchern der Bundesbank, die wahrscheinlich nie eingebracht werden können. Mit anderen Worten: Rund eine Billion des Auslandsvermögens des »Exportweltmeisters« Deutschland ist nichts als wertloses Papier.

Trotzdem soll Deutschland immer neue Verpflichtungen eingehen, obwohl es längst selbst nicht mehr gut dasteht, wie Sinn überzeugend darlegt. Schuld daran sind nicht allein die Blankoschecks, die die Merkel-Regierung am laufenden Band unterschreibt, sondern auch die verfehlte »Klimapolitik«, mit der er kürzlich in einem Zeitungsbeitrag abgerechnet hat. Die absurd niedrigen CO2-Grenzwerte in den EU-Verordnungen haben vor allem den Zweck, die deutsche Autoindustrie und ihren Wettbewerbsvorteil zu zerstören. Und die Bundesregierung hat im klimaideologischen Rausch alles unterschrieben.

Wenn die Politik zum Irrenhaus wird, braucht es kluge Köpfe, die Tatsachen offen aussprechen und die Zusammenhänge so erklären, dass jeder sie verstehen kann. Deshalb ist Hans-Werner Sinn unser Triumphator der Woche.

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