Triumphator der Woche:

Viktor Orbán

Für die Brüsseler Nomenklatura ist Viktor Orbán der Gottseibeiuns: Ein selbstbewusster Regierungschef, der konsequent das Wohl und die Interessen des eigenen Landes und seiner Bürger zur obersten Richtschnur erklärt und sich darin von keiner Vorschrift und keiner Drohung aus der EU-Zentrale beirren lässt.

Damit zeigt er den Eurokraten, die beharrlich auf die Entmachtung der Nationalstaaten zugunsten einer zentralistischen EU ohne Grenzen hinarbeiten, immer wieder aufs Neue die Grenzen ihrer Macht auf. Eurofetischisten in Politik und Medien schmähen ihn deswegen regelmäßig als »Autokraten«, obwohl er genauso demokratisch gewählt ist wie Merkel und Macron, nur eben mit einer satten absoluten Mehrheit.

Auch die Corona-Krise, in der sich die ohnmächtige EU nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte, muss dafür herhalten. Orbán missbrauche den Kampf gegen das Virus, um nach »unbegrenzter Macht« zu greifen, heißt es in den EU-freundlichen Gazetten. Kritisiert wird vor allem, dass er sich zeitlich unbegrenzte Krisenvollmachten habe übertragen lassen.

Das ist umso seltsamer, als dieselben Journalisten eben noch die AfD als Spielverderber angeprangert hatten, weil diese von der Merkel-Regierung eine klare zeitliche Befristung der Ausnahmegesetze verlangt hatte, die von den Altparteien prompt zurückgewiesen wurde. Und das, obwohl die deutschen Corona-Gesetze in fast jedes elementare Grundrecht massiv eingreifen.

Aber wenn zwei das Gleiche tun … Dass in Krisenzeiten die Grenzen besser geschlossen werden, haben die übrigen EU-Staaten erst spät im Zuge der Corona-Krise gemerkt. Orbán hat das seit der Migrationskrise von 2015 konsequent praktiziert und damit Europa einen noch größeren Asylansturm mit unabsehbaren Folgen erspart.

Daran hält der ungarische Premier auch in der Corona-Krise fest. Ausdrücklich behält er beide Probleme zusammen im Auge: Wer ein hochansteckendes Virus fernhalten will, der darf eben nicht unkontrolliert neue Migrantenströme ins Land lassen. Dass er diesen logischen Zusammenhang klar beim Namen nennt, nimmt man ihm in Brüssel und im EU-gläubigen Berlin vermutlich am meisten übel, obwohl sich seine Forderung nach umfassendem Schutz der EU-Außengrenzen inzwischen, zumindest rhetorisch, allgemein durchgesetzt hat.

Über Demokratie lässt Orbán sich aus Brüssel nicht belehren. Für ihn ist die »Selbstachtung« der Schlüssel zum Aufstieg und Erfolg einer Nation. Ungarn steht unter seiner Herrschaft wirtschaftlich solide da, 850.000 neue Arbeitsplätze wurden in seiner Regierungszeit geschaffen, Kredite vorzeitig zurückgezahlt und der IWF ebenso wie die globalistischen Soros-Organisationen nach Hause geschickt. Ungarn habe es nicht nötig zu betteln. »Zeigen wir, dass wir die Ungarn sind«, sagt Orbán, mit tausendjähriger Geschichte, einer großen Kultur und fest verwurzelt im christlichen Abendland.

Statt auf Migration setzt Orbán auf mehr ungarische Kinder, statt der Schimäre der »Islamfeindlichkeit« nachzujagen wie der deutsche Innenminister Horst Seehofer, prangert er Christenverfolgung in aller Welt an. »Klimaschutz« will er durch Bäume pflanzen voranbringen und nicht durch das Ruinieren der eigenen Industrie.

Sorge bereiten dem konsequenten Antikommunisten Viktor Orbán dagegen »Westler«, die »nichts aus unserer Geschichte gelernt haben und nicht wissen, dass der Sozialismus die Nationen kaputtmacht«.

All das hört man in Brüssel natürlich nicht gerne. Aber gerade deshalb ist Viktor Orbán unser Triumphator der Woche.

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