Uni-Professor nach Thesen zu Flüchtlingsunterbringung kaltgestellt

Den linken Gesinnungswächtern an der Uni Frankfurt offenbar ein Dorn im Auge: Hochschullehrer Egbert Jahn

Verwirrung an der Goethe-Universität Frankfurt. Die Uni hat den Politikforscher Egbert Jahn, der in Frankfurt lehrt, offenbar aus den Onlineverzeichnissen nahezu komplett gestrichen. Zuvor hatte Jahn auf einem CDU-Treffen vorgeschlagen, Flüchtlingsstädte am Rande Europas oder auf Inseln zu errichten.

Mitte Februar referierte Professor Egbert Jahn – ausgewiesener Experte für Friedensforschung, seit 35 Jahren Dozent an der staatlichen Goethe-Universität Frankfurt – beim »CDU-Werkstattgespräch« zur Flüchtlingskrise. Dort forderte er, sogenannte »Flüchtlingsstädte« am Rand Europas oder auf Inseln zu errichten. Diese sollten für weniger Anreize sorgen, nach Europa zu kommen, soll Jahn dazu erklärt haben. Die Vorschläge des 77-jährigen Professors wurden – je nach politischem Lager – bei den Werkstattgesprächen abgelehnt oder gelobt, berichtet die ›Bild‹-Zeitung. Die CDU-Zentrale versicherte dem Professor immerhin auf Nachfrage, in der Partei habe es überwiegend »anerkennende Worte« gegeben.

Seine Vorschläge scheinen für den Politikprofessor nun Folgen zu haben: Denn die Frankfurter Goethe-Universität hat ihn offenbar aus allen Onlineverzeichnissen nahezu komplett entfernt. Wenige Wochen nach seinem Auftritt versuchen Politikstudenten vergebens, ihren Lehrbeauftragten auf den Websites der Uni zu finden. Jahn wurde jedoch nicht nur aus dem Vorlesungsverzeichnis seines einstigen Fachbereichs – den Geisteswissenschaften/Politikwissenschaften – gelöscht. Auch im Personenregister der Uni unter den Dozenten taucht Jahns Name nicht mehr auf. Lediglich ein altes Flugblatt für Studenten »des 3. Lebensalters« (Seniorenstudium) weist Jahn noch als Dozent aus, obwohl er als Lehrbeauftragter auch an reguläre Studenten Leistungsscheine ausgeben kann, heißt es dazu weiter.

Gegenüber der ›Bild‹ wollte Jahn den Vorfall nicht kommentieren. Er stelle lediglich fest, dass seine Vorlesungen im Sommer dann wohl deutlich schlechter besucht würden, schließlich finde man sie im Internet ja nicht. Ein Sprecher der Hochschule teilt auf ›Bild‹-Anfrage mit, man wolle »bezüglich Herrn Prof. Egbert Jahn zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts sagen«.

Wendt: »Nur linke Meinungen geduldet«

Teilnehmer der CDU-Werkstattgespräche zeigen sich empört. Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, bemerkt gegenüber der ›Bild‹-Zeitung: »Denk- und Meinungsfreiheit sind an der Goethe-Universität zu Frankfurt nicht erwünscht. Dort werden nur linke Meinungen geduldet – und die wollen unter sich bleiben.«

Henrik Wärner, Chef des unionsnahen Studentenbunds RCDS, distanziert sich zwar von Jahns Thesen, stellt aber klar: »Die Zensur der Professur hat mit freier Lehre nichts zu tun und ist für uns nicht tragbar!« Die CDU wollte sich – wie die Universitätsleitung – zum Schicksal des kaltgestellten Professors nicht äußern.

In der vergangenen Woche wurde bereits der neue Vorsitzende der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, mit scharfer Kritik aus den eigenen Reihen überzogen (der Deutschland Kurier berichtete) und zum Widerruf seiner Aussage gedrängt. Kuban hatte in einem ›Welt‹-Interview festgestellt: »In den letzten Jahren haben sich viele in der CDU nicht mehr wohlgefühlt, weil wir bei unserer Ausrichtung eine Gleichschaltung erlebt haben.« Dass die Diskussionskultur in Deutschland bereits massiv eingeschränkt ist, wie der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Alexander Gauland, nicht nur zum Fall Kuban feststellt, zeigt sich nun einmal mehr.

Drucken