US-Regierung plant Verlegung von 120.000 Soldaten Richtung Iran

Truppenverlegung: Der Flugzeugträger »USS Abraham Lincoln« passiert den Suez-Kanal

Im Konflikt mit dem Iran könnte die US-Regierung im Fall einer Eskalation eine große Zahl Soldaten mobilisieren. Der ›New York Times‹ zufolge hat das US-Militär entsprechende Pläne ausgearbeitet und US-Präsident Donald Trump vorgelegt. Trump wies den Medienbericht zurück und bezeichnete das als »Fake News«.

Eine der möglichen militärischen Optionen sehe vor, 120.000 Soldaten in den Nahen Osten zu schicken, berichtete die ›New York Times‹ (›NYT‹) unter Berufung auf Regierungsvertreter. Dies gelte für den Fall, dass der Iran bereits am Persischen Golf stationierte US-Truppen angreife oder seine Arbeit an Atomwaffen vorantreibe. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nahmen zuletzt zu. Die USA haben einen Flugzeugträger in die Region entsandt.

Aus dem von den USA angeführten Flottenverband habe sich Spanien vorübergehend zurückgezogen, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. In Madrid teilte das Verteidigungsministerium mit, die eigene Fregatte »Mendez Nunez« sei aus dem Flottenverband unter Führung des US-Flugzeugträgers »USS Abraham Lincoln« herausgelöst worden. Die Entwicklung könnte auf Differenzen zwischen Europa und den USA über den Iran hindeuten.

Die Überarbeitung der Militärpläne soll laut der ›NYT‹ von Trumps Sicherheitsberater John Bolton angeordnet worden sein. Der Plan spiegele den Einfluss Boltons wider, der schon unter Präsident George W. Bush auf eine Konfrontation mit Iran gedrängt habe, heißt es dazu weiter.

Der kommissarische US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan habe den Plan zur Verlegung von 120.000 Militärs bei einem Treffen mit Spitzenberatern von Präsident Donald Trump vorgestellt, berichtete die ›NYT‹. Das Präsidialamt und das Verteidigungsministerium wollte sich nicht äußern.

Allerdings widersprach US-Präsident Donald Trump persönlich: Er wies den Medienbericht zurück und bezeichnete das als »Fake News«. Er sei zwar absolut bereit, Soldaten zu entsenden, hoffe aber, dass er nicht für einen solchen Ernstfall planen müsse.

Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hat die Möglichkeit eines Krieges seines Landes mit den USA ausgeschlossen. »Weder wir wollen einen Krieg, noch wollen das die USA, deshalb wird es den auch nicht geben«, sagte Chamenei am Dienstag im Staatsfernsehen. Der Iran habe im Konflikt mit den USA jedoch »den Weg des Widerstands« gewählt, denn Verhandlungen mit Washington seien »wie ein Gift«. Am Ende werde sich der Iran durchsetzen, sagte der Ajatollah. »Wir haben den stärkeren Willen und den stärkeren Glauben«, fügte Chamenei hinzu, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

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