Von der Leyen in Brüssel

Knutschattacke von Juncker

Noch-Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) durfte sich über einen herzlichen Empfang von Jean-Claude Juncker freuen

Peinlicher geht’s immer: Nach der überraschenden Nominierung von Ursula von der Leyen (CDU) als EU-Kommissionspräsidentin begrüßte Amtsinhaber Jean-Claude Juncker seine mögliche Nachfolgerin in Brüssel mit einer überfallartigen Knutschattacke.

Der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat am Donnerstag seine mögliche Nachfolgerin Ursula von der Leyen in Brüssel empfangen. Juncker umarmte und herzte die CDU-Politikerin bei einem Fototermin. Fragen beantworteten die beiden nicht.

Schon am Mittwoch war Merkels Kammerzofe zum Klinkenputzen nach Straßburg gereist, um bei den Europaabgeordneten um Unterstützung für ihre Nominierung zu werben. Das EU-Parlament muss die Personalie bestätigen. Binnen 14 Tagen will sie ihre »Vision für Europa« präsentieren.

Kritik reißt nicht ab

Die Wahl von der Leyens wird voraussichtlich am 16. Juli über die Bühne gehen. Sie soll am Vormittag des Sitzungstages des Parlaments in Straßburg zunächst eine Rede im Plenum halten. Anschließend folgt eine Debatte über ihre Kandidatur, wie aus einem vorläufigen Entwurf der Tagesordnung, der der ›Deutschen Presse-Agentur‹ (›dpa‹) vorliegt, hervorgeht. Danach stimmen die EU-Abgeordneten ab.

Um für das Amt bestätigt zu werden, braucht die CDU-Politikerin die absolute Mehrheit im EU-Parlament. Ob sie diese erreicht, ist allerdings noch nicht sicher.

Die Kritik an der Nominierung der CDU-Politikerin durch die Staats- und Regierungschefs reißt nicht ab. EU-Ratspräsident Donald Tusk verteidigte die Entscheidung, von der Leyen für den Posten zu nominieren. Gleichzeitig wies er Kritik an der Auswahl hinter verschlossenen Türen zurück. Der Rat der Staats- und Regierungschefs sei genauso demokratisch legitimiert wie das Europaparlament, erklärte Tusk am Donnerstag vor den Abgeordneten in Straßburg. (lol)

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