Wahlkampf

BDI-Chef Kempf warnt: Aufstieg der AfD schadet der Wirtschaft

Dieter Kempf in bester Laune bei einer CSU-Veranstaltung in München: Nun glaubt der BDI-Präsident, vor der AfD warnen zu müssen

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Dieter Kempf befürchtet, dass durch die Wahlerfolge der AfD die deutsche Wirtschaft leide. Vor den Landtagswahlen am 1. September liegt die AfD nach Umfragen in Brandenburg vorn und in Sachsen auf Platz zwei.

Die schlechten Zahlen der deutschen Wirtschaft lassen das Risiko einer Rezession immer realer werden. Vor allem die Automobilindustrie und ihre Zulieferer stehen vor massiven Problemen. Nun meldet sich Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), zu Wort und warnt davor, bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg für die AfD zu stimmen.

Erfolge der AfD würden dem »Image Deutschlands schaden«, so Kempf gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Weiter behauptet der BDI-Chef, dass die »Attraktivität eines Standorts unter extremistischen Parteien« leiden würde. »Die Betonung von Nationalismus würde dem international beispiellos vernetzten Deutschland wirtschaftlich und politisch enorm schaden«, so Kempf, der weiter ausführt, dass dann »Abschwung und Strukturschwäche« drohe.

Die deutsche Industrie brauche dringend Fachkräfte – »ganz egal, woher sie kommen«, forderte Kempf weiter. Die AfD mache sich die Stimmungslage in Ostdeutschland geschickt zunutze. Sie spiele »unzufriedene Bürger gegen sozial schwächere wie etwa Flüchtlinge aus«, behauptet der aus München stammende BDI-Chef.

Über den gefährlichen Umgang der Bundesregierung mit der sich zuspitzenden wirtschaftlichen Situation schweigt sich der 66-jährige Kempf jedoch aus. Noch vor zwei Monaten war für den BDI-Chef nicht die AfD, sondern die Bundesregierung Ziel seiner Kritik: »Die wirtschaftliche Lage wird zunehmend zum Risiko, viele Probleme sind hausgemacht«, so Kempf beim Tag der Deutschen Industrie in Berlin Anfang Juni. Der Kurswechsel sei fällig. Die Regierungspolitik schadet den Unternehmen, so die damalige Kritik. (Der Deutschland Kurier berichtete; vgl. auch hier.)

»Die GroKo darf sich heute auf die Schulter klopfen, denn jetzt ist es amtlich: Deutschland ist das ökonomische Schlusslicht der Euro-Zone! Das BIP schrumpfte erneut um 0,1 Prozent, die deutsche Wirtschaft klagt, denn vor allem die Industrie schwächelt. Es besteht das Risiko, dass die schlechte Stimmung die gesamte Volkswirtschaft erfasst und Deutschland in die Rezession rutscht«, kommentiert Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, die Schätzungen des Statistischen Bundesamtes am Mittwoch und führt weiter aus: »Besonders verheerend: Wo wir das ökonomische Schlusslicht und gleichzeitig Zahlmeister in der Euro-Zone sind, herrscht überall sonst Wachstum. Sollte sich der Abwärtstrend in den kommenden drei Monaten manifestieren, ist der Konjunkturverfall unausweichlich. Für uns als Exportnation eine Bankrotterklärung. Die technischen Schlüsselindustrien werden seit Jahren abgewrackt, fehlende Einnahmen durch neue Steuern und Abgaben ersetzt, das Sozialsystem ausgenommen und öffentliche Gelder ohne Mehrwert verschwendet. Willkommen in der Realität! Jetzt gilt es endlich zu handeln«.

Am 1. September werden in Brandenburg und Sachsen neue Landtage gewählt. Thüringen folgt am 27. Oktober. Nach den jüngsten Umfragen liegt die AfD in Brandenburg als stärkste Partei vorn. In Sachsen liegt die AfD knapp hinter der CDU auf Platz zwei und hat gute Chancen, mit ihrem Spitzenkandidaten Jörg Urban die CDU als stärkste Kraft abzulösen.

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