Wahlkampf in Großbritannien

Bürgerkriegsartige Szenen bei Ausschreitungen gegen EU-Kritiker

Gewalt gegen Islamkritiker: Angehörige der »Muslim Defence League«

Im Vereinigten Königreich eskaliert die Gewalt gegen konservative Kandidaten zur EU-Wahl. Die Polizei geleitete über 100 gewaltbereite Moslems zu einer Demonstration des EU- und Islamkritikers Tommy Robinson (UKIP).

Bereits Anfang Mai hatte Tommy Robinson an zwei Tagen hintereinander einen Milchshake über den Kopf gegossen bekommen. Einige Medien verteidigten den zweiten Angreifer Danyaal Mahmud, der sich angeblich von Robinson »bedroht fühlte« und ihn deshalb mit dem Getränk angriff.

Robinsons UKIP-Kollege Carl Benjamin (Sargon of Akkad) wurde vergangene Woche vier Mal mit Milchshakes angegriffen. Linke feierten die Attacken auf ›Twitter‹ und nannten den »klassischen Liberalen« Benjamin einen ekelhaften Rassisten.

Am gestrigen Montag wurde der EU-Abgeordnete Nigel Farage (Brexit Party) auf seiner Wahlkampftournee in Newcastle ebenfalls mit einem Milchshake beworfen. Der Täter wurde verhaftet. Mittlerweile scheint die Stimmung in der Öffentlichkeit zu kippen: Während im Fall des deutlich radikaler auftretenden Tommy Robinson die Presse eher den Angreifer in Schutz nahm, wird den Briten nun zunehmend klar, dass die bürgerliche EU-kritische Mitte das eigentliche Ziel der linken Attacken ist: Nigel Farages ein Monat alte Brexit-Partei ist momentan die beliebteste politische Partei im Vereinigten Königreich. Dennoch verteidigte Kommentator Tom Peck die Gewalt im Independent: »Dass Nigel Farage mit einem Milchshake beworfen wird, ist nicht lustig, es ist zum Totlachen.«

Die Fast-Food-Kette McDonald’s kündigte auf Bitten der Polizei an, in der Nähe von Wahlkampfveranstaltungen keine Milchshakes mehr zu verkaufen. Das Konkurrenzunternehmen Burger King widersetzte sich der polizeilichen Aufforderung und schrieb auf Twitter: »Liebe Schotten, wir verkaufen das ganze Wochenende Milchshakes. Viel Spaß damit!« Kunden warfen ihnen vor, indirekt Gewaltaufrufe zu unterstützen. Brexit-Befürworter forderten »im Namen der 17 Millionen Brexit-Wähler« einen Burger-King-Boykott.

Am Samstag geleitete die Polizei in Oldham etwa 100 gewaltbereite Demonstranten der »Muslim Defence League« zu einer Demonstration von Tommy Robinson, wo sie mit Flaschen, Ziegelsteinen und Eiern warfen. »Zu Tode erschreckte Frauen und Kinder mussten evakuiert werden, Autofenster wurden zerschmettert, Frauen und Kinder wurden verletzt. Mein Kameramann wurde am Kopf von einem Stein getroffen und blutete«, so Robinson. Die Medien gaben Robinson die Schuld und sprachen von einer »Eskalation der Gewalt«. »Rechtsextreme Demo artet in Gewalt aus«, schrieb CNN. »Die Medien peitschen die Leute zu diesem Hass auf«, so Robinson. »Die Medien sind direkt an dieser Eskalation mit schuld.« 

Tommy Robinsons Bericht aus Oldham

Drucken