Weiterer Top-Manager rechnet mit Angela Merkel ab

Wolfgang Reitzle: »Die Energiewende ist ein Desaster!«

Die technologische Welt von gestern verschwindet im Nebel der Erinnerung – die Zukunft klärt den Horizont. Und Deutschland hat sie unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) und ihrer sogenannten Energiewende verpennt. Ein weiterer Top-Manager rechnet ab.

Vernichtendes Zeugnis: Laut Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle setzt die Bundesregierung mit der desaströsen »Energiewende« den Wohlstand unseres Landes aufs Spiel

Die Zukunft, die Deutschland unter Angela Merkel verschlafen hat, sieht u. a. so aus:

► Die Internetabdeckung funktioniert mittlerweile lückenlos, auch in den Bergen. Der erste Versuch mit dem ultraschnellen 5G-Netz wurde von der Telekom erfolgreich beendet.

► Die ersten selbstfahrenden Autos legten im vergangenen Jahr mehr als drei Millionen Kilometer zurück. Von Computern gesteuerte Fahrzeuge verursachten pro gefahrenen Kilometer weniger Unfälle.

► Die Abhängigkeit vom Kohlestrom nimmt endlich ab.

► Blinde können wieder lesen. Ein kleines Zusatzgerät, das man sich auf die Brille steckt, erkennt die Schrift in 24 Sprachen und liest sie vor.

Der Nachteil all dieser vier Zukunftsentwicklungen: Sie finden nicht in Deutschland statt.

Den erfolgreichen 5G-Test hat die Telekom in Österreich durchgeführt. Kanzler Sebastian Kurz macht die Digitalisierung der Alpenrepublik zu seinem Thema.

Die selbstfahrenden Autos von »Waymo« und »GM Cruise« kurven durch die Straßen im Westen der USA. Die Regierung von Kalifornien erteilt Genehmigungen und kontrolliert die Hersteller, derweil anderswo noch das Für und Wider debattiert wird.

Der Rekord von 122 Stunden ohne Kohlestrom wurde in Großbritannien aufgestellt. Das Land hat sich verpflichtet, seine CO2-Emissionen bis 2050 um 80 Prozent gemessen am Stand von 1990 zu reduzieren. Der entscheidende Punkt: Das Land versucht, seine Klimaversprechen auch einzuhalten.

Die »Brille für Blinde« wird von allen deutschen Krankenkassen bezahlt. Aber entwickelt hat sie nicht »Zeiss«, sondern die Firma »OrCam« aus Israel.

Der Publizist Gabor Steingart, aus dessen ›Morning Briefing‹ diese Beispiele entnommen sind, vergleicht Deutschland mit einem »ökonomischen Riesen, dem die Füße eingeschlafen sind. Wenn es einen Oscar für Ambitionslosigkeit gäbe, hätte Angela Merkel ihn verdient«.

Wirtschaftsführer, die in längeren Horizonten denken, würden allmählich unruhig. Einer von ihnen ist Wolfgang Reitzle, der eben erst mit der Fusion von »Linde« und »Praxair« den drittgrößten DAX-Konzern geschmiedet hat. Im Gespräch für Steingarts ›Morning Briefing Podcast‹ sagte er u. a.:

► »Deutschland hat sich im selbstverständlich gewordenen Wohlstand eingerichtet und ist unsensibel geworden.«

► »Wir haben den Höhepunkt schon überschritten. Die Steuereinnahmen laufen zeitversetzt nach. Deswegen merkt man es noch nicht, aber es ist absehbar, dass wir als Land zurückfallen.«

► »Die Energiewende ist ein tragisch verlaufendes Desaster. Wir schalten die sichersten Kernkraftwerke der Welt ab und gewinnen dabei nichts für die Sicherheitslage der Bevölkerung. Die unsichersten Kraftwerke wie Tihange in Belgien stehen direkt neben Aachen und bedrohen unsere Bevölkerung viel mehr als jedes deutsche Kernkraftwerk.«

► »Wir haben den höchsten Strompreis Europas, den zweithöchsten der Welt. Für ein Industrieland wie Deutschland ist der Strom das, was das Blut für einen Körper bedeutet. Dass man damit sehr behutsam umgeht, versteht sich eigentlich von selbst.«

Reitzles Fazit: »Wir suchen immer neue Gerechtigkeitslücken, um den Sozialstaat weiter auszubauen. Dabei ist er schon der beste der Welt. Die Lösung der wahren Probleme verschieben wir in die nächste Generation. Es ist nicht fair, wie man mit den jungen Leuten umgeht.«

Mehr Ohrfeige, Frau Merkel, geht nun wirklich nicht! (hh)

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