»Welcome«-Fluch:

›Bild‹ stürzt immer tiefer!

Zurückgelassene ›Bild‹-Zeitung auf einer Parkbank: Dem Springer-Boulevardblatt laufen die Leser in Scharen davon

Alles wie gehabt im Springer-Verlag: ›Bild‹, ›Welt‹ und ›Bild am Sonntag‹ meldeten auch im vierten Quartal 2019 erneut mehr als 10 Prozent weniger Abos und Einzelverkäufe im Vergleich zum Vorjahr.

Die ›Bild‹-Printauflage, die sich nur noch knapp oberhalb der kritischen Millionen-Marke bewegt, und das auch nur unter Einrechnung der Berliner ›B. Z.‹, ist seit Jahren im freien Fall. Ganz offensichtlich können die Leser dem diffusen und teils widersprüchlichen politischen Kurs des seit zwei Jahren erfolglos amtierenden Oberchefredakteurs Julian Reichelt nicht folgen.

Einerseits versucht ›Bild‹ durch eine neuerdings betont migrationspolitische Berichterstattung den »Refugees Welcome«-Fluch von 2015 verzweifelt loszuwerden und schreckt auch vor Attacken auf die Kanzlerin nicht mehr zurück; andererseits verheddert sich der vom Saulus zum Paulus gewandelte Reichelt immer wieder zwischen seinen ideologischen Feindbildern AfD, Putin und Assad.

Ideologie aber kam bei den ›Bild‹-Lesern noch nie gut an – eine Erfahrung, die Reichelts Vorgänger Kai Diekmann mit seiner jahrelangen Kohl-Lobhudelei und neoliberalen Propaganda machen musste. Er allein verabschiedete in seiner Amtszeit (2001–2015) fast 2,5 Millionen Leser!

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