Wie die »Alpen-Prawda« sehnsüchtig ihre schwarz-grüne Wunschkoalition herbeischreibt

Die ›Süddeutsche Zeitung‹ verkommt zum Propagandablatt

Als die Zeitung Prawda 1912 gegründet wurde, schrieb sie noch im Interesse der russischen Arbeiter. Nach der kommunistischen Machtergreifung entwickelte sie sich zu einem reinen Propagandablatt der sowjetischen Diktatoren. Auch die in München erscheinende Süddeutsche Zeitung – im Volksmund »Alpen-Prawda« genannt, stand einmal für anspruchsvollen und unbequemen Journalismus. Heute ist sie zu einem durchideologisierten Propagandablatt des bundesdeutschen Polit-Establishments, Abteilung »betreutes Denken«, verkommen.

Am Beispiel der »Berichterstattung« vor den bayerischen Landtagswahlen wird dies besonders deutlich. Seit Monaten versucht die »Alpen-Prawda« eine schwarz-grüne Landesregierung geradezu als Erlösung für Bayern herbeizuschreiben. Meist geschieht dies in einem peinlich-emotionalen Duktus. Verantwortlich für diese Schwärmereien zeichnet Lisa Schnell, Landtagskorrespondentin der ›Süddeutschen‹, die vor ihrer Zeit bei der ›SZ‹ für die ultralinke ›taz‹ weinerliche Artikelchen über angebliche Polizei- und Justizwillkür in der bayerischen Provinz verfassen durfte.

Schon zu Beginn des schicksalsträchtigen Wahljahres 2018 titelte die ›Süddeutsche‹ empathisch: »Schwarz-grün ist die Hoffnung.« Auf eine konkrete Erläuterung dieser Schlagzeile hofft der Leser allerdings vergeblich: Wer sich nun was von Schwarz-Grün erhofft, steht in dem Artikel vom 12. Januar 2018 bezeichnenderweise nicht. »Wir sind einfach reif«, wird stattdessen der grüne Landtagsabgeordnete Sepp Dürr zitiert – das muss als Erklärung reichen.

Auf diesem intellektuell dürftigen Niveau rasselt die schwarz-grüne Propagandamaschinerie der »Alpen-Prawda« weiter. Der Artikel über die Vorstellung des grünen Wahlprogramms am 25. März hätte genauso gut von einer Praktikantin in der grünen Parteipressestelle verfasst werden können – von kritisch-distanziertem Journalismus keine Spur. »Noch nie habe man so viel Aufwand betrieben für ein Wahlprogramm […],  ein Fahrplan für die nächsten fünf Jahre«, wird Grünen-Spitzenkandidat Ludwig Hartmann unkritisch paraphrasiert. Für die ›SZ‹ scheint es das Traum-Regierungsprogramm zu sein.

In der heißen Phase des Wahlkampfes beschleunigt Schnell das Trommelfeuer für die sehnlichst herbeigewünschte grüne Regierungsbeteiligung: »Es ist die Stunde der Grünen«, jubiliert sie am 9. September in der ›SZ‹, berichtet von wertkonservativen bayerischen Bauern, denen die CSU zu weit nach rechts gerückt sei (ja, das ist kein Druckfehler!) und die nun ihre Heimat mithilfe der Grünen vor Flächenfraß bewahren wollen. Drei Tage später kennt die Freude in der ›SZ‹ keine Grenzen: »Schwarz-Grün bedeutet das Ende der alten CSU«, titeln die Münchner Blattmacher. Der ›Süddeutschen‹ ist die gegenwärtige CSU als Wurmfortsatz des Bundeskanzleramtes offensichtlich immer noch nicht links genug. Wie weit der Realitätsverlust von Frau Schnell geht, zeigt ihre Analyse des Fernsehduells zwischen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und dem grünen Spitzenkandidaten Ludwig Hartmann. Den eher peinlichen Auftritt von Hartmann kommentiert Schnell ›SZ-Podcast‹ vom 29. September geradezu euphorisch: »Er hat es wahnsinnig souverän gemacht«.

Sollten die Träume der »Alpen-Prawda« tatsächlich wahr werden und eine schwarz-grüne Koalition die letzten Reste des konservativen Bayern beseitigen, darf sich eine solche Regierung schon heute auf willfährige Unterstützer in den Redeaktionsstuben der ›Süddeutschen‹ freuen.

QUELLEBild: Süddeutsche Zeitung Online
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