Wiener Geschnetzeltes

Kickl (FPÖ) nennt Van der Bellen »Steigbügelhalter eines schwarzen Machtkartells«

Österreichs Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hat den linksgrünen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen scharf angegriffen. Mit dem Einsetzen von Experten in freigewordene Posten der Regierung nach dem Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition habe er sich zum »Steigbügelhalter eines schwarzen Machtkartells« gemacht. Unterdessen gibt es neue Spekulationen, wer hinter der sogenannten Ibiza-Affäre stecken könnte.

Das waren noch gute Zeiten: Herbert Kickl (FPÖ, links) wird vom österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen angelobt

Die »Freiheitliche Partei Österreichs« (FPÖ) hat den Bundespräsidenten der Alpenrepublik,  Alexander Van der Bellen (Grüne), wegen seines Verhaltens in der Regierungskrise im Zuge der sogenannten Ibiza-Affäre  scharf kritisiert. In einem ›Facebook‹-Eintrag bezeichnete der entlassene Innenminister Herbert Kickl das Staatsoberhaupt als »Steigbügelhalter eines schwarzen Machtkartells«. Er habe es nicht verhindert, dass Kanzler Sebastian Kurz eine Übergangsregierung aufgestellt habe, die reinen ÖVP-Interessen diene.

»Die sogenannten Experten sind Marionetten tiefschwarzer Kabinette, die allesamt mit Personen aus dem Beraterumfeld von Sebastian Kurz besetzt sind«, erklärte Kickl. Kurz hatte die vier Ministerposten, die nach dem Platzen der ÖVP-FPÖ-Koalition frei geworden waren, am Mittwoch mit Experten besetzt. Für Montag ist ein Misstrauensantrag gegen Kurz im Parlament geplant. FPÖ und SPÖ (Sozialdemokraten) haben sich bislang nicht offiziell festgelegt, ob sie dem Antrag zustimmen werden.

Wer steckt hinter Aufnahmen? Ein Beschuldigter äußert sich

Unterdessen gibt es auch neue Spekulationen über die angeblichen Hintermänner des Video-Anschlages auf Ex-Vizekanzler und Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der zum Bruch der national-konservativen Koalition geführt hatte. Der nach eigenen Angaben mit Spionage vertraute Experte Sascha Wandl hatte am Mittwoch im österreichischen TV-Sender ›oe.24‹ behauptet, er wisse, wie das Skandal-Video zustande gekommen sei. Ein ehemaliger Geschäftspartner Wandls, ein in München gemeldeter Privatdetektiv, und ein Wiener Anwalt seien demnach für die Erstellung der Aufnahmen verantwortlich.

Der beschuldigte Wiener Anwalt hat sich inzwischen zu den Vorwürfen vernehmen lassen. Sein Rechtsbeistand wies alle Anschuldigungen zurück: Sein Mandant habe »weder strafbare Handlungen gesetzt (…) noch an solchen mitgewirkt (…). Er weist sämtliche Anschuldigungen und Vorwürfe entschieden zurück«, zitierte ›Focus‹ aus der Erklärung. (lol)

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