»Wir erwarten den Zusammenbruch in 2 Jahren«:

Südafrika wird »unregierbar«

Bei fremdenfeindlichen Unruhen in Südafrika wurden in der vergangenen Woche mindestens zehn Menschen, darunter zwei Ausländer, getötet. 423 Personen seien verhaftet worden, wie Präsident Cyril Ramaphosa am Donnerstag erklärte.

Die ANC-Regierung kann die gewaltsamen Proteste in Johannesburg kaum noch kontrollieren

Im krisengebeutelten Südafrika liegt die Arbeitslosigkeit bei 27 Prozent. Politiker wie der Bürgermeister von Johannesburg, Herman Mashaba, und Gewerkschaftsführer Zwelinzima Vavi hatten schon zu Jahresbeginn ausländischen Arbeitern eine Mitschuld gegeben und sie als Kriminelle bezeichnet.

Der Auslöser der Unruhen ist unklar, aber südafrikanische LKW-Fahrer hatten aus Protest gegen ausländische Konkurrenz am ersten Septemberwochenende einen landesweiten Streik angekündigt. Im August gab es eine Serie von LKW-Überfällen und Brandstiftungen gegen ausländische Fahrer. Als Reaktion gegen die Unruhen in Südafrika gab es Ausschreitungen gegen südafrikanische Trucker in Lagos, Nigeria und in der Demokratischen Republik Kongo.

Am Sonntag gingen die gewaltsamen Proteste in Johannesburg weiter.

Linksradikale Politiker riefen dazu auf, die Gewalt gegen Weiße auszuweiten. Der Generalsekretär der Regierungspartei ANC, Ace Magashule, wunderte sich vor Studenten in Tshwane (Pretoria), warum die Gewalt gegen Ausländer sich nicht gegen Weiße richte. »Wir sollten die Gewalt nicht gegen Menschen richten, die die gleiche Hautfarbe wie wir haben«, so Magashule. Er gab die Schuld »Konterrevolutionären«, die die afrikanischen Stämme gegeneinander aufbrächten.

Ausländer und Weiße als Sündenböcke: Mit Straßensperren (wie hier im Bild), Überfälle auf ausländische Trucker und Brandstiftungen machen südafrikanische LKW-Fahrer ihrer Wut Luft

Der ehemalige Anführer der ANC-Jugend, Julius Malema (EFF), schrieb auf ›Twitter‹: »Unsere Wut richtet sich gegen die falschen. Der Eigentümer des Reichtums ist das weiße Kapital; sie weigern sich ihren Reichtum mit uns zu teilen.« Andile Mngxitama, Anführer von Black First Land First (BLF), nannte die gegenwärtigen Unruhen »lediglich eine Kostümprobe für das, was den Weißen in Südafrika bevorsteht«.

Die Tochter von Nelson Mandela, Zindzi Mandela, die als Botschafterin in Dänemark Hof hält, hatte im Juni in einer Serie von Tweets weiße Südafrikaner »Apartheid-Apologeten«, »diebische Vergewaltiger« und »zitternde Landdiebe« genannt.

Die Farmattacken gegen vorwiegend weiße Farmer erreichten im August einen Rekord mit 45 Farmüberfällen und 4 Morden. Im Juli waren es 39 Überfälle und 4 Morde. Von Januar bis Ende Mai waren 184 Überfälle und 20 Morde vorangegangen. Bei einer landwirtschaftlichen Bevölkerung von ca. 25.000 in Südafrika liegt die Mordrate für 2019 damit bei etwa 192 pro 100.000 Einwohner (Deutschland: 1, 2; Venezuela: 62 pro 100.000).

Präsident Cyril Ramaphosa hatte im September 2018 in New York behauptet, es gäbe kein Problem mit Farmmorden in Südafrika. Am 7. September wurden 51 neue Kreuze den 3.000 weißen Kreuzen des Farmmord-Denkmals bei Polokwane (Pietersburg) hinzugefügt – jedes Kreuz für ein Mordopfer.

Massenproteste in Kapstadt gegen die Welle sexueller Gewalt: Jeden Tag werden in Südafrika 110 Frauen vergewaltigt und drei Frauen ermordet

Neben der Kampagne der Farmmorde gerät die Kriminalität in Südafrika generell außer Kontrolle. Jeden Tag wurden 2018 in Südafrika 57 Menschen ermordet, ein Plus von 6,9% über 2017. Jeden Tag werden 110 Frauen vergewaltigt und 3 Frauen ermordet. Die Zahl der Vergewaltigungen hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt, laut Polizeistatistik 2015/16 gab es in diesem Zeitraum 31.665 Vergewaltigungen, ein Jahr später waren es 70.813. Vergangene Woche fanden nach mehreren brutalen Verbrechen in Kapstadt Massenproteste gegen die Welle sexueller Gewalt statt. Präsident Ramaphosa nannte die Vergewaltigungsepidemie »eine nationale Katastrophe« und versprach, etwas dagegen zu tun. Ramaphosa wurde als Gewerkschafter und ANC-Funktionär 450-facher Multimillionär (Forbes: 450 Millionen US-Dollar) und wohnt in einer Luxusvilla außerhalb von Kapstadt.

Die Zivilschutzorganisation Suidlanders bereitet sich seit mehreren Jahren auf ein mögliches Bürgerkriegsszenario in Südafrika vor. »Wir erwarten jetzt noch keine Eskalation«, sagte der Sprecher der Suidlanders, Simon Roche, dem Deutschland Kurier. »Wir sind wachsam und angespannt, aber im Prinzip glauben wir, das ist nur ein Eskalationsschritt. Die revolutionären Bemühungen in Südafrika laufen nach dem kommunistischen Muster von ›Zwei Schritte vor, einer zurück‹ ab. Bevor das Ausland intervenieren kann, wird wieder ein freundliches Gesicht gemacht, man spielt das Opfer und gibt sich von Kritik beleidigt. Dann wird das Thema der entschädigungslosen Enteignungen von Weißen wieder auf die Tagesordnung kommen, und die Farmmorde werden zunehmen. Wir glauben es handelt sich um sechs oder sieben Monate bis anderthalb Jahre, bis es wirklich außer Kontrolle gerät. Die vergangenen 25 Jahre seit dem Ende der Apartheid waren eine Periode des langsamen Niedergangs. Nun erwarten wir eine etwa 2-jährige Phase des Kollapses. Es wird noch etwas dauern, aber der Zusammenbruch wird kommen.«

Dazu sagte der AfD-Obmann im Auswärtigen Ausschuss, Petr Bystron, der sich seit mehreren Jahren mit dem Thema Südafrika beschäftigt: »Südafrika hat große wirtschaftliche Probleme – die größten staatlichen Firmen wie SABC, SAA und Eskom sind de facto zahlungsunfähig und die ANC-Regierung versucht, den Schwarzen Peter für ihre wirtschaftsfeindliche Politik weiterzugeben.«

Nicht nur würden weiße Farmer attackiert, die angeblich jemandem etwas weggenommen hätten, so Bystron, sondern es würden nigerianische, äthiopische, eritreische, pakistanische, chinesische und indische Geschäftsleute aus denselben »fadenscheinigen Gründen« angegriffen. Die Gewalt gegen Minderheiten in Südafrika werde von den linken Parteien wie ANC und EFF geschürt, um vom eigenen Versagen abzulenken. »Dadurch ist das alte Motto der ANC in Erfüllung gegangen: ›Become ungovernable – Werde unregierbar‹.«

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