Donald Trump will den Migranten-Treck mit 15.000 Soldaten stoppen

Die Lage an der US-Grenze zu Mexiko droht zu eskalieren: Die Regierung in Washington will bis zu 15.000 Soldaten an die südlichen Landesgrenzen verlegen, um den Migranten-Treck aus Mittelamerika notfalls mit Gewalt zu stoppen. Niemand werde ins Land gelassen, bekräftigte der amerikanische Präsident Donald Trump seine Entschlossenheit und fügte wörtlich hinzu: »Wir brauchen eine Mauer aus Menschen. Und wir werden Zelte bauen– sehr schöne Zelte.«

Trump will die Migranten auf jeden Fall an der Einreise in die USA hindern und hat deswegen das Pentagon beauftragt, das Militär an den Grenzen zu Mexiko zu verstärken. Bis zum Ende der vergangenen Woche sollten bereits 5.200 Soldaten in Marsch gesetzt werden. Weitere 10.000 sollen folgen, sollte die mittlerweile auf insgesamt bis zu 20.000 Personen geschätzte Migranten-Karawane nicht umkehren. An der südlichen US-Grenze der Bundesstaaten Kalifornien und Texas sind bereits 2.100 Mitglieder der Nationalgarde im Einsatz. Die Nationalgarde ist ein Reserveverband des US-Militärs.

Der US-Präsident, der von einer drohenden »Invasion« sprach, wies Vorwürfe zurück, er betreibe Panikmache mit Blick auf die Zwischenwahlen (»midterms«) zum Repräsentantenhaus in dieser Woche: »Nein, ich betreibe keine Panikmache. Einwanderung ist ein wichtiges Thema. Es geht um die nationale Sicherheit.« Trump will außerdem per Dekret das US-Geburtsortsprinzip einschränken: In den USA geborene Kinder illegaler Migranten sollen nicht mehr automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten.

Die Vorhut der Karawane, die schätzungsweise aus 5.000 Migranten besteht, war Ende vergangener Woche noch etwa 3.500 Kilometer von der US-Grenze entfernt. Die »Flüchtlinge« legten Rast in Juchitán im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca ein. Dort warteten sie auf ein »Hilfsangebot« der mexikanischen Regierung, um in die noch etwa 650 Kilometer entfernte Hauptstadt Mexiko-City zu gelangen. Eine zweite große Gruppe aus bis zu 2.000 Migranten befand sich zu diesem Zeitpunkt im südlichen Bundesstaat Chiapas. Sie folgt derselben Route in den Norden. Aus dem mittelamerikanischen Hinterland strömen unterdessen immer mehr »Flüchtlinge« nach. Ihre Zahl dürfte in die Tausende gehen.

Bei schweren Ausschreitungen an der Grenze zwischen Guatemala und Mexiko gab es einen ersten Toten: Ein 26 Jahre alter Migrant wurde von einem Gummi­geschoss am Kopf getroffen. (oys)

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