Wirbel um angeblichen Lauterbach-Tweet zu Alice Weidel

Warum »Karlchen« nicht so harmlos ist, wie er aussieht

Professor Doktor Karl Lauterbach (55, SPD) wäre wohl zu gerne Gesundheitsminister geworden. Das war den Genossen offenbar zu riskant. Denn der Mann mit der Fliege gilt als unberechenbar. Manche gehen noch weiter. Sie sorgen sich, dass der Herr Professor »einen an der Waffel« haben könnte.

Karl Lauterbach (SPD) ist selbst seinen Genossen unheimlich

Der Autor Jürgen Fritz fragt auf seinem Blog: »Kann ein völlig verwirrter Mediziner sich eigentlich selbst diagnostizieren?« Angeblich soll der SPD-Politiker seit Jahren ohne Salz leben – für ein Experiment, heißt es.

Vera Lengsfeld folgert daraus auf ihrem Blog: »Professor Lauterbach scheint durch diesen akuten Mangel erhebliches Gehirnvolumen abhandengekommen zu sein. Das konnte man schon ahnen, als der salzlose Gesundheitsexperte mit dem Verbot von Salzstreuern liebäugelte, um ein Zeichen für gesunde Ernährung zu setzen.«

Grund der Aufregung: Derzeit sorgt »Karlchen« (so nennen ihn die Genossen halb liebevoll, halb mitleidsvoll) mit einem angeblichen Tweet für Wirbel. Er soll den Beitrag auf ›Twitter‹ allerdings wieder gelöscht haben. Im Netz kursiert eine – zumindest bislang – nicht dementierte Sicherungskopie inklusive Rechtschreibfehlern. Demnach soll Lauterbach, die Authentizität des Textes unterstellt, mit Blick auf die AfD-Co-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, folgenden unsäglichen Text abgesondert haben (Rechtschreibfehler korrigiert):

»Hier redet Frau Weidel natürlich Unsinn. Es ist unstrittig, dass die Verfassung Enteignungen zulässt. Das müsste Frau Weidel am besten wissen. Wer hat denn die Juden in ganz Europa, und zwar aus reiner Geldgier und ohne Entschädigung, enteignet?«

Professor Doktor Karl Lauterbach soll sich – wie gesagt, die Richtigkeit des Ganzen unterstellt – offenbar genötigt gesehen haben, auf eine Presseerklärung Weidels zu reagieren, in der die AfD-Politikerin die Enteignungsphantasien des grünen Co-Parteichefs Robert Habeck in scharfer Form als »Betonkommunismus« gegeißelt hatte.

Besagten auf Lauterbachs Account nicht (mehr) auffindbaren Tweet konterte Alice Weidel:

»Was will uns @Karl_Lauterbach (SPD) damit sagen? Da die Juden im Dritten Reich widerrechtlich enteignet wurden, darf man so nun heute wieder verfahren? Überdies führten die Nationalsozialisten eine linke Prekariatspartei.«

Der Berliner Medienwissenschaftler Norbert Bolz kommentierte Lauterbachs »Phantom-Tweet« kurz und lapidar: »›Dieser Tweet ist nicht verfügbar‹ – aber wir haben ihn trotzdem gelesen, verehrter Herr Lauterbach.«

Laut ›Jouwatch‹ existiert der angebliche Lauterbach-Tweet bei @donalphonso »im Archiv«. Er habe das Gezwitscher von »Genosse Fliege« online gestellt. ›Jouwatch‹ fragte: »Hat Don Alphonso den endgültigen Beweis, dass Karl Lauterbach einen an der Waffel hat?«

Von dem unsäglichen Inhalt des infrage stehenden Gezwitschers (?) einmal ganz abgesehen: Das eigentlich Schlimme in Bezug auf den Genossen Lauterbach ist etwas ganz anderes. Der Mann, an dessen Geisteszustand Zweifel geäußert werden (s. o.) und dem schon die Ex-Frau die charakterliche Eignung für ein Ministeramt abgesprochen haben soll, ist nicht irgendwer.

Lauterbach, der bis 2001 der CDU angehörte, ist seit Ende 2013 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Er ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit sowie stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss. Er hat als SPD-»Gesundheitsexperte« ganz erheblichen Einfluss auf die Gesetzgebung, aktuell zum Beispiel beim Thema Organspende. Lauterbach, der dem linken SPD-Flügel zugerechnet wird, ist jedenfalls eine politische Schlüsselfigur. Als solche wird er auch von Verbandsfunktionären und Pharmalobbyisten hofiert. Getreu dem Motto »Das Herz schlägt links, die Zunge schmeckt rechts« twitterte Genosse Lauterbach Anfang des Jahres ein Grinse-Selfie von einer Hummer-Sause im Berliner Luxustempel »KaDeWe«:

»Mit den Ärztefunktionären von KV und Ärztekammer mit Spahn beim traditionellen Neujahrsempfang im KaDeWe. Es wird viel über ›Golf‹ geredet… Hummer wird serviert. Auf meinen Vorschlag, den Hummer a la Ribéry mit Goldblattbelag zu reichen reagierte man aber ›reserviert‹«.

Tja, irgendwie sind Fliegenträger eine Spezies für sich. (oys)

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