Zahl der Asylbewerber in der EU steigt um 15 Prozent

Venezolanische Staatsbürger bitten um Asyl in Madrid: Das sozialistisch regierte Venezuela ist mittlerweile eines der Hauptherkunftsländer von Asylbewerbern in der EU

In den ersten Monaten 2019 haben sich mehr Menschen um Asyl in der EU beworben. Jeder Vierte von ihnen reist inzwischen visafrei ein. Venezuela ist mittlerweile nach Syrien das Hauptherkunftsland von Asylbewerbern in der EU.

Die Zahl der Asylbewerber in der EU steigt heuer im Vergleich zum Vorjahr an. Von Januar bis einschließlich April 2019 haben rund 206.500 Menschen erstmals einen Asylantrag in der Europäischen Union gestellt. Das sind etwa 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen wurden auf Basis von monatlichen Frühwarnmeldungen der Mitgliedstaaten erstellt, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

Damit könnte sich nach einem mehrjährigen Rückgang der Asylbewerberzahlen in diesem Jahr der Trend umkehren. Ein Grund für die Trendumkehr: Immer mehr Asylbewerber reisen laut den Zeitungen über reguläre Wege und visafrei in die Union ein, vor allem aus Lateinamerika und den Westbalkanstaaten. In diesem Jahr bis Ende April stammte demzufolge gut jeder vierte Asylantrag von einem Staatsangehörigen eines Landes, dessen Bürger ohne Visum in die EU-Schengenzone einreisen dürfen – 2018 war der Anteil bereits auf ein Fünftel gestiegen.

So erhöhte sich in den ersten vier Monaten 2019 die Zahl der visafrei eingereisten Asylbewerber aus dem sozialistisch regierten Venezuela im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 121 Prozent auf 14.257, die aus Kolumbien um 156 Prozent auf 8.097. Venezuela sei inzwischen nach Syrien mit 20.392 erstmaligen Asylanträgen das Hauptherkunftsland von Asylbewerbern in der Europäischen Union. Auf Platz drei liege Afghanistan: Nach den neuen Daten stellten 14.042 Afghanen erstmals einen Asylantrag, 36 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Für Deutschland ergibt sich ein leicht anderes Bild: Dort bleibt die Anzahl an Asylanträgen im Zeitraum Januar bis April im Vergleich zum Vorjahr konstant bei rund 60.000. Die meisten Asylanträge wurden im ersten Tertial 2019 (Januar bis April) von Syrern, Irakern und Nigerianern gestellt.

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