Zahl der Geldautomaten sinkt

Das leise Bargeld-Sterben

Seit drei Jahren sinkt die Anzahl der Geldautomaten in Deutschland

Als Folge der Nullzinspolitik der »Europäischen Zentralbank« (EZB) sinkt seit Jahren die Zahl der Geldautomaten. Eine politisch durchaus gewollte Entwicklung.

Die Zahl der Geldautomaten in Deutschland geht laut einem Pressebericht langsam, aber stetig zurück. 2018 habe die Zahl der Geldautomaten das dritte Jahr in Folge abgenommen, berichtete diese Woche die ›Süddeutsche Zeitung‹ unter Berufung auf Zahlen des Analysehauses »Barkow Consulting«.

Demnach sank die Zahl der Automaten im vergangenen Jahr zwar nur um ein Prozent auf 57.800 landesweit. Aber in den vergangenen drei Jahren sei somit jeder 20. Geldautomat verschwunden, heißt es in dem Bericht. »Banken und Sparkassen müssen Kosten sparen, und nicht überall lohnt sich noch ein Geldautomat«, wird ein Bankenexperte zitiert.

Noch drohe den Deutschen keine schlimme Versorgungslücke, schreibt die Zeitung. Vor allem aber auf dem Land bekommen die Bankkunden die Entwicklung zu spüren.

In den vergangenen Jahrzehnten hatten Banken und Sparkassen laut ›SZ‹ jedes Jahr mehr Geldautomaten aufgestellt. Der erste ging 1968 in Tübingen in Betrieb, 1994 seien es dann bundesweit 29.400 Automaten gewesen. Bis 2015 habe sich die Zahl verdoppelt. Erst seit drei Jahren bauen die Kreditinstitute per Saldo mehr Geldautomaten ab, als sie neue bereitstellen, heißt es in dem Bericht. Hauptgrund ist demzufolge, dass auch die Zahl der Bankfilialen zurückgehe. Die Institute begründen den Abbau mit angeblich notwendigen Zwängen zur Kostenreduzierung wegen der »EZB«-Niedrigzinspolitik. Auch sinke mit Blick auf den florierenden Onlinehandel der Bargeldbedarf. Hinzu komme, dass sich Verbraucher immer öfter beim Einkauf etwa im Supermarkt gegen Vorlage der EC-Karte Bargeld auszahlen lassen, was in vielen Geschäften an der Kasse ab einem Mindesteinkaufswert möglich ist. (lol)

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