Zombie-Banken

EZB-Stresstest simuliert Kontenplünderung

Wenn alle an ihr Bares wollen: EZB testet Überlebensdauer von Geldhäusern

Die EZB-Bankenaufsicht testet aktuell die Überlebensdauer von Geldhäusern bei plötzlich auftretenden starken Geldabflüssen, berichtet ›Reuters‹. In einem hypothetischen Stress-Szenario soll ermittelt werden, wie viele Tage eine Bank bei Liquiditätsschocks infolge vor allem massenhafter Kontenplünderungen durch die Kunden liquide und geschäftsfähig bleiben kann.

Die Ergebnisse der Simulationen sollen mit den Instituten besprochen werden und in die jährliche Bankenprüfung einfließen. Sie sollen zwar nicht automatisch Konsequenzen mit Blick auf die Eigenkapitalquote der Banken haben, aber Schwachstellen aufzeigen. Die Analyse soll innerhalb der nächsten vier Monate abgeschlossen werden.

In ihren Szenarien wollen die Bankenwächter Extremsituationen simulieren, in denen es zu sogenannten Runs auf die Konten kommt oder die Institute in Liquiditätsprobleme geraten etwa nach Herabstufungen im Risiko-Ranking der Ratingagenturen. Der neue Stress-Test soll aufzeigen, wie verwundbar die Geldhäuser, vor allem südeuropäische Zombie-Banken, bei solchen Schocks sind.

Zudem wollen die EZB-Aufseher herausfinden, an welcher Stelle die einzelnen Banken ihr Liquiditätsmanagement verbessern müssen. Liquiditätsrisiken, z. B. faule Kredite, sollen besonders unter die Lupe genommen werden. Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Aufsicht über die großen Banken der Euro-Zone zuständig. Aktuell kontrolliert sie 119 Institute. In Deutschland zählen die Deutsche Bank und die Commerzbank dazu.

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