»Antifa«-Reporter der ›ARD‹ präsentierte »Antifa«-Kollegen als »Experten«

NDR-Eingang mit »Antifa«-Flagge (Fotomontage): Tagesschau-Chefredakteur Kai Gniffke hat kein Problem mit »Antifa«-Aktivisten als Mitarbeitern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Der linksextreme »Antifa«-Aktivist Sebastian Friedrich berichtete für ›ARD‹ über die AfD und den Migrationspakt. Recherchen des ›Deutschland-Kuriers‹ zeigen zudem: Der »Tagesschau«-Journalist nahm als Experten einen »Antifa«-Autoren in Anspruch. Dieser hatte zuvor für dieselbe »Antifa«-Broschüre geschrieben wie Friedrich.

»Antifa«-Aktivist Sebastian Friedrich ließ in seiner Berichterstattung für »tagesschau.de« an der AfD kein gutes Haar (Der Deutschland-Kurier berichtete). Um seine Darstellung mit der »richtigen« Expertise zu untermauern, ließ er David Bebnowski vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam zu Wort kommen.

Der warf der AfD in Friedrichs Beitrag zum UN-Migrationspakt und den zahlreichen Petitionen gegen diesen denn auch gleich vor, »eine Kampagne« zu betreiben, »um die Anhänger bei der Stange zu halten«. Und: »Ich denke, dass die AfD hier versucht, die Spielregeln, die sich der Petitionsausschuss gibt, aufzuweichen«, so Bebnowski.

Die Sichtweise der »Antifa« als ein Blickwinkel der ›ARD‹

Politisch wirken zu wollen gilt für Bebnowski – zumindest im Falle der AfD – als Unverfrorenheit. »Die AfD versucht, die Leitplanken, könnte man sagen, in denen das alles funktionieren soll, zu verschieben«, spricht Bebnowski »Antifa«-Mann Friedrich in dessen »Tagesschau«-Mikrofon.

Tatsächlich unverfroren ist freilich, was Gebührenzahler und Konsumenten von »tagesschau.de« nicht erfahren: Sowohl »Reporter« Friedrich als auch »Experte« Bebnowski sind Autoren ein und derselben »Antifa«-Broschüre.

Beide schrieben in dem durch die Monatszeitschrift ›ak – analyse & kritik‹ im Winter 2016/2017 herausgegebenen »Sonderheft«, in dem sich die »Antifa« mit dem Kampf gegen die AfD beschäftigt. »Was tun gegen die AfD? Zehn Vorschläge, wie der rechte Vormarsch gestoppt werden könnte«, so der Titel.

Statt eines »Antifa«-Pamphletes nun ein gemeinsamer »Tagesschau«-Beitrag

Der erste Artikel darin stammt von Friedrich, der letzte von Bebnowski. Dass die ARD für die Tageschau und der Rubrik »Nachrichten« zwei »Antifa«-Autoren präsentiert, die sich gegenseitig die Bälle zuspielen, ist für Kai Gniffke, den »Ersten Chefredakteur« von Tagesschau und Tagesthemen in Ordnung, wie er auf Anfrage des Deutschland Kurier erklärt:  »›ARD-aktuell‹ versteht es als Aufgabe, Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Dies ist hier geschehen, wenngleich die Institution, für die Herr Bebnowski arbeitet, möglicherweise textlich noch deutlicher hätte eingeordnet werden können.«

Linksextremismus in der ›ARD‹: In den Redaktionen ja, aber nicht in der Berichterstattung

Das entscheidende Faktum wird von Gniffke jedoch umschifft. Nicht die Institution, in der Bebnowski tätig ist, ist entscheidend, sondern die gemeinsamen »Antifa«-Aktivitäten von »Reporter« und »Experte«.

Die ›ARD‹ »checkt« Fakten aber ohnehin recht eigentümlich. Auch im Falle des Friedrich-Beitrages zu AfD und Migrationspakt. Dort wird zu einem weiteren Artikel verlinkt, an dem »ARD-faktenfinder« Patrick Gensing mitgewirkt hat.

Der heute noch der »Antifa« zugeneigte Gensing war schon in seiner Jugend laut eigener Aussage »Antifa-mäßig unterwegs«, wie er gegenüber dem Online-Magazin ›Vocer‹ angab. Nach unserer Anfrage bei »ARD-aktuell« veröffentlichte jener Gensing flugs einen Artikel für »tagesschau.de« über den »Mythos Antifa«. Sicher ein Zufall.

›ARD‹ sieht kein »Ungleichgewicht in der Berichterstattung«

Gensing beklagte sich im ›Vocer‹-Interview zudem, während seines »Antifa-mäßigen« Engagements sei zu wenig über Rechtsextremismus in den Medien vorgekommen. Der öffentlich-rechtliche »Faktenfinder« dürfte heute mit der »Tagesschau« sehr zufrieden sein.

Der Suchbegriff »Rechtsextremismus« erbrachte auf »tagesschau.de« am 28. Januar ein Trefferbild, das Gensing sicherlich begeistern wird: 41 Meldungen, 9 Sendungen und 9 Videos. Allerdings spuckt »tagesschau.de« am selben Tag bei der Suche nach Linksextremismus nur eine Meldung aus. Und hinter dieser verbirgt sich das Interview mit Anetta Kahane zum Thema »Rechtsterrorismus«.

Dass »tagesschau.de« hinsichtlich Linksextremismus lediglich ein Interview mit der ehemaligen Stasi-Zuträgerin Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung anzubieten hat, deren ehemaliger Mitarbeiter als linkspolitisch motivierter Brandstifter aufgeflogen ist, stört Kai Gniffke nicht und er erklärte gegenüber dem ›Deutschland-Kurier‹: »Ein Ungleichgewicht unserer Berichterstattung vermögen wir nicht zu erkennen.«

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