Antisemitismus in den Medien und bei den Altparteien

»Wir sitzen auf gepackten Koffern!«

Der Staat Israel als letzte Hoffnung für Europas Juden? Angesichts des importierten Antisemitismus erwägen auch in Deutschland viele Juden die Auswanderung

Nach dem Anschlag von Halle machen sich viele Juden Sorgen um ihre Zukunft in Deutschland. Der Autor beschreibt im Essayband »Was Juden zur AfD treibt« die jahrzehntelang gewachsenen antisemitischen Strukturen, die ihm als russlanddeutscher Jude aufgefallen sind.

Von Ollie Weksler

Ich merkte, dass es in diesem unseren Land kaum eine unabhängige oder zumindest abweichende Presse gibt und schon gar kein Fernsehen, egal ob ÖR- oder »privat«, nur gleichgeschaltete Hofpresse und Hofglotze mit Einheitsbrei-Mainstream-Meinungen, sonst nichts. Die beiden Teile des »privaten« Fernsehens (mehr gibt’s nicht) werden derzeit von zwei Duzfreundinnen Merkels, Friede Springer und Liz Mohn, sowie von der fürchterlichen Bertelsmann-Stiftung geleitet; wobei man immer bedenken muss, dass die Mohns und alle übrigen Bertelsmänner zu den Zeiten Hitlers nicht nur exklusive »Mein Kampf«-Verleger, sondern auch eingefleischte Nazipropagandisten waren, genauso wie DuMont & Co., deren Nachkommen nun unzählige SPD-Zeitungen verlegen und dabei auch Israel bekämpfen.

Das Haus DuMont besitzt sogar Anteile an der israelisch-antijüdischen ›Ha’Aretz‹, die aus offen linksextremistischen Positionen heraus israelische Regierungen nach dem Muster der ›ARD‹ und des ›ZDF‹ angreift und russische Juden rassistisch beleidigt; und diese Zeitung wird in der deutschen Presse wiederum als praktisch einzige israelische Quelle zitiert, obwohl die Auftraggeber zum Teil in Köln sitzen.

Ein genauso faules Spiel wird mit unzähligen antijüdischen und aus Deutschland und Europa mit Millionen an Steuergeldern (inklusive meiner eigenen, ohne dass ich gefragt worden wäre, ob ich bei diesen judenfeindlichen Spielchen mitmachen

wolle) finanzierten NGOs in Israel betrieben. Sie verleumden Israel auf ganzer Linie, genau wie vom Auftragsgeber verlangt, und anschließend werden ihre »Ergebnisse« als »unabhängige jüdische Stimmen« in der deutschen Presse zitiert. Das Spiel ist übrigens uralt, europäische Antisemiten hielten sich schon immer »jüdische Zeugen« und andere Hofjuden, die den übrigen Juden Brunnenvergiftungen und Ritualmorde unterstellten.

Dieses abgekartete Spiel wird besonders gerne von der SPD getrieben, die ganz offiziell die Terrororganisation Fatah zu ihrem strategischen Partner erklärte. Daher überraschte es mich überhaupt nicht, als Sigmar Gabriel einen Skandal verursachte, indem er sich bei seinem Israelbesuch unbedingt mit diesen selbsthassenden Antisemiten und »jüdischen Zeugen« von Breaking the Silence und B‘Tselem treffen wollte, und auch nicht, als Martin Schulz so begeistert darüber war, dass der Doktor der Holocaustleugnung und KGB-Agent Mahmud Abbas im EU-Parlament über jüdische Brunnenvergiftungen im Europaparlament fabulierte. Ich bin von diesen Staatsmännern nichts anderes gewohnt und weiß, dass sie immer bereit sind, jede noch so absurde antiisraelische Resolution mitzuzeichnen, wie sie es schon seit vielen, vielen Jahren systematisch tun.

Ich weiß: Würde das Schicksal Israels von den Merkels, Gabriels, Nahles’, Schulz’ und Westerwellen dieser Welt abhängen und ihre hochgeschätzten Ratschläge vonseiten Israels angenommen, gäbe es schon lange keinen jüdischen Staat mehr. Unzählige deutsche Politiker wurden vom KGB engagiert und unzählige deutsche Vereine von Kommunisten bezahlt, was besonders deutlich zu sehen ist an der Deutschen Friedensgesellschaft – Verband der KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK). Es ist bewiesen und sogar von der DFG-VK selbst eingestanden, dass dieser ach so friedlichen Gesellschaft und anderen Teilen der gekauften »Friedensbewegung« enorme finanzielle Zuwendungen (in Höhe von Hunderten Millionen DM) vonseiten der DKP, der SED, des KGB und der Stasi zugeflossen waren.

Inzwischen wurden aber zahlreiche der Aktivisten und Funktionäre der DFG-VK und ehemalige KGB-Agenten zu einflussreichen Politikern und Personen des öffentlichen Lebens, darunter z. B. Andreas Zumach, Petra Kelly und die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann. Als alte Kaltkrieger auf der russisch-kommunistischen Seite haben sie wohl noch von diesen Zeiten her ein Faible für die Kreml-Klienten aus der PLO und anderen Terrororganisationen. Andreas Zumach engagiert sich im Beirat des Vereins »Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung« und Käßmann verspürt viel Zärtlichkeit sogar für die Taliban.

Zudem stehen viele ehemalige Kommunisten und Maoisten in Amt und Würden wie z. B. aktuell Steinmeier und Kretschmann. Je mehr ich all diese hässlichen Auswüchse beobachtete, desto mehr begann ich zu bezweifeln, ob ich tatsächlich dem kommunistischen Reich entflohen und im hochgelobten Kapitalismus angekommen sei.

Die Deutschen selbst empfand ich zwar als sehr sympathisch, hilfsbereit und fleißig, zugleich aber als ein götzen- und glotzengläubiges archaisches Volk mit erstaunlichen, von oben verabreichten Ersatzreligionen wie den Zeugen der Klima-Apokalypse der heiligen Greta. Am schlimmsten fand ich jedoch diese extrem lügnerische Presse, den herrschenden öffentlichen Diskurs der linken Sklaverei, erst danach kamen die feigen Politiker, die unsägliche Angst vor dieser Presse haben und artig nach ihrer Pfeife tanzen. Echte Helden für diese Presse und Filmemacher waren und sind RAF-Terroristen, die von Stasi und KGB finanzierten und geleiteten Mörder; und die beste Partei waren für sie schon immer die Grünen, d. h. die Reste von SDS, RAF-Sympathisanten, KPD, DKP, der von der Sowjetunion aus geleiteten »Friedensbewegung« und der Pädophilen-Gruppen.

Der Höhepunkt war für mich damals, im Jahre 1998, jener Aufstieg zum Außenminister und Vizekanzler, der »Joschka« Fischer, dem ehemaligen Terroristen, Arafat-Bewunderer und Anführer der »Revolutionären Zellen« und des »Revolutionären Kampfes« gelang, nachdem er höchstselbst und mit freundlicher Unterstützung seines besten Freundes H.-J. Klein, eines Mitstreiters von Carlos, dem Schakal, mindestens zwei Polizisten zu Krüppeln gemacht hatte. Dass der ehemalige Anwalt Baaders und Horst Mahlers und nachmalige Putin- und Gazprom-Lobbyist Gerhard Schröder zum Kanzler wurde und der ehemalige RAF-Sympathisant und Ensslin-Anwalt Schily zum Innenminister, rundete für mich das Bild der neuen Führungsriege des Landes ab. Damit konnte sich die ganze RAF-Vorfeld- und Unterstützerszene sehr gut an der Macht vertreten fühlen.

Ich erinnere mich auch gut an den sogenannten »Aufstand der Anständigen«, ausgerufen ausgerechnet vom »anständigsten« Heuchler Gerhard Schröder, für den sich jetzt sogar seine SPD-Freunde schämen. Es war nach dem Brandanschlag auf die Synagoge in Düsseldorf im Jahr 2000 und als Teil des mittlerweile sehr abgenutzten »Kampfes gegen rechts« gemeint (als ein solcher wird im Neusprech die Hetzkampagne gegen die Opposition getarnt); damals hieß es allerdings noch korrekterweise »Rechtsextremismus«, während heutzutage bereits das gesamte rechte politische Spektrum für verbrecherisch und das gesamte linke für heldenhaft und großartig erklärt wird. Es geriet zur Blamage, als dann nach zwei Monaten ein Marokkaner und ein »Palästinenser« gestanden, diesen Brandanschlag begangen zu haben. Zum »Aufstand der Anständigen« gegen den islamischen Antisemitismus kam es selbstverständlich weder damals noch später.

Als den Brandanschlag auf eine Synagoge bald danach drei »Palästinenser«, diesmal in Wuppertal, wiederholt hatten, kam es noch »besser«: Das Gericht folgte der Aussage der Männer, sie hätten mit der Tat ein Zeichen gegen den Krieg in ihrer Heimat setzen wollen, in seinen Ausführungen. Nach Ansicht des Richters hatten die Angeklagten nicht aus »antisemitischen Gründen per se« gehandelt. Alle drei Angeklagten wurden zu extrem kurzen Bewährungsstrafen verurteilt und gleich freigelassen, einer sogar freigesprochen. Beim gleichen Vorgehen von vier deutschen Neonazis im Winter 2001 gegen ein Asylantenheim in der Wichlinghauser Kreuzstraße lautete das Strafmaß zehn Jahre Haft! Dass hingegen die judenfeindliche Absicht der drei muslimischen Brandstifter in Abrede gestellt und die Tat selbst von den Richtern zum Teil sogar rechtfertigt wurde, wirft bei mir die Frage auf: In welchem Jahrhundert leben wir denn? Sind die Juden Opfer zweiter Klasse?

Um auf Schröder zurückzukommen, setzte er später ein weiteres Zeichen und stoppte mit freundlicher Unterstützung des Zentraljudenrates die gesamte jüdische Immigration aus den ehemaligen Sowjetrepubliken nach Deutschland, die zuvor mit dem Ziel der »Wiederherstellung sterbender jüdischer Gemeinden« begründet worden war, ab Anfang 2005 vollständig. Die jüdischen Gemeinden waren Schröders Ansicht nach wohl viel zu voll, mehr hatte er nicht gewollt, seine ehemaligen Schützlinge und Freunde sowie glühenden Antisemiten Andreas Baader und Horst Mahler ganz bestimmt nicht.

Das führte zu dem krassen Missverhältnis, dass jeder illegale Einwanderer schon seit Jahren durch sperrangelweit offene Grenzen ganz ohne Papiere einwandern darf, unabhängig davon, ob er Krimineller oder Terrorist ist, die Juden aber nicht einmal das Recht haben, sich legal mit ihren in Deutschland lebenden jüdischen Familien wiederzuvereinigen, und zwar natürlich ohne dass die Hofpresse und die Hofglotze weder jetzt Merkel noch damals Schröder auch nur die geringsten Vorwürfe dafür gemacht hätten.

Ebenso kritiklos verhielt sich auch der in vorauseilendem Gehorsam schranzenhafte Zentralrat der Hofjuden (Zentralrat der Juden = ZdJ), dieses bürokratische Anhängsel von Politfunktionären, diese von kaum einem Juden gewählte, an den Zitzen der Macht hängende, teils durch und durch senile, teils extrem islamophile Truppe. Ein Beispiel für den letzteren Teil ist der ehemalige Generalsekretär des Zentralrates Stephan Kramer, der bereits Mitglied von drei Parteien war und jetzt in Diensten der vierten Partei, nämlich der Ex-SED, und ihres lange Zeit vom Verfassungsschutz beobachteten Thüringer Ministerpräsidenten Ramelow steht. Es als juristischer Laie zum Chef des Landesamtes für Verfassungsschutz zu schaffen (versorgt mit einem schmutzigen politischen Auftrag des Machthabers) ist eine beachtenswerte Leistung.

Die zweifelhaften ZdJ-Hofjuden entscheiden nun darüber, welche Juden rein und welche unrein sind. Nach Ansicht der Zentralratsfunktionäre sind z. B. AfD-Mitglieder unrein. Demzufolge ist z. B. der Mitbegründer der Juden in der AfD (JAfD) Dimitri Schulz unrein und wird in die Wiesbadener Synagoge nicht eingelassen, und zwar allein aufgrund seiner AfD-Mitgliedschaft, denn persönlich hat er sich gar nichts zuschulden kommen lassen. Solche Schweinereien gehören mittlerweile zum festen Repertoire der Altparteien und deren Schlägertruppe namens »Antifa«, die so langsam ein neuerliches Apartheidsregime in Deutschland einrichten konnten.

Diesmal trifft es aber meistens nicht Juden, sondern die einzige Oppositionspartei des Landes, die neuen Unberührbaren, die quasi zu einem Fußabtreter für alle ihr Maul aufreißenden Polit-Schreihälse avancierten; ab und zu sind es aber nach wie vor die Juden. Außer Dimitri Schulz kann ich mich z. B. an einen Offenbacher Wirt erinnern, in dessen Restaurant die Gründungsversammlung der JAfD stattfinden sollte, der aber von gewaltbereiten Linksextremisten eingeschüchtert wurde und schließlich einknickte. Die schleichende und irrwitzige Honeckerisierung des Landes und die DDR 2.0 sind schon weit vorangeschritten, und alte DDR-Dissidenten wie Vera Lengsfeld und Hubertus Knabe werden von Machthabern wie der ehemaligen FDJ-(Freie Deutsche Jugend-)Funktionärin Merkel, der höchstwahrscheinlich fest bei ›ARD‹ & ›ZDF‹ wohnenden Katrin Göring-Eckhardt sowie der ehemaligen Stasi-»Spitzelin« Anetta Kahane mundtot gemacht, die Terror-Opfer, etwa vom Breitscheidplatz, werden zynisch verhöhnt, Sicherheitsbedenken der Bevölkerung schlichtweg ignoriert, offene Grenzen zum Naturgesetz erklärt!

Pseudojuden und Judendarsteller, die anderen Juden die Leviten lesen und sich »als Juden« für »Palästinenser« einsetzen, erleben heutzutage starken Zulauf in Deutschland. Ich erinnere mich u. a. an den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, den Ex-Kriminellen Wolfgang Seibert, oder an die Hamas-Aktivistin Edith Lutz, die eine fingierte Organisation namens »Abrahams Töchter« ins Leben rief, bestehend aus einer Christin, einer Muslima und ihr selbst (einer angeblich konvertierten Jüdin, die aber keinen einzigen Beleg für ihren Giur erbringen konnte). »Abrahams Töchter« trafen sich mit hochrangigen Hamas-Funktionären in Gaza und wurden von ›WDR‹ und Monitor als Werkzeug im Propagandakrieg gegen Israel eingesetzt. Der Fall wurde glücklicherweise von Henryk M. Broder recherchiert und sehr gut beleuchtet.

Ich erlebte also bereits in den 90ern und Anfang der 2000er viele Antisemiten und Israel-Hasser in den Altparteien. Was dann aber folgte, übertraf alle meine und meiner Eltern, Verwandten und Freunde schlimmsten Befürchtungen. Seit der illegalen Grenzöffnung vom 5. September 2015 sitzen meine gesamte Großfamilie, viele meiner jüdischen Verwandten und Bekannten fast buchstäblich auf gepackten Koffern. Bis dahin wählen sie aber alle nur die AfD. Zwei bis drei Millionen illegaler Invasoren aus antisemitischen Kulturkreisen machen jüdisches Leben in Deutschland unmöglich. Überfälle auf den Straßen, im öffentlichen Verkehr und in Freibädern, Mobbing in den Schulen usw. sind alltäglich geworden. Nun kann man nicht mehr öffentlich Kippot und Davidsterne tragen, keine Synagoge kann auf Sicherheits­schleuse und Polizeiposten verzichten. »Man kann nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde ins Land holen«, wie Karl Lagerfeld sehr treffend festgestellte.

Das jüdische Mädchen Susanna Feldmann wurde aus antisemitischen Gründen bestialisch umgebracht, Dutzende anderer Juden angegriffen, gequält und zusammengeschlagen, zwei Israelis bei dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin getötet. Das sind alles Opfer der völlig unverantwortlichen Politik der Kanzlerin und ihrer Schranzen und waren von vornherein abzusehen. Alles mit freundlicher Unterstützung aller Altparteien, die sich zu freiwilligen Helfershelfern der Schlepperbanden machten.

Wir Juden aus der UdSSR kamen fröhlich nach Europa. Nach und nach mussten wir aber enttäuscht feststellen, dass die hiesigen Verhältnisse eher nach Somalia aussehen und wir hier keine Zukunft mehr haben. Die populärste Frage, die mir meine jüdischen Bekannten immer wieder stellen, lautet: »Wohin können wir nun weiter fliehen? Amerika, Kanada, Australien oder Israel? Oder Alpha Centauri?«

Es ist wirklich schon fünf vor zwölf. Das Jahr 1933 haben wir sozusagen schon hinter uns, die »Reichskristallnacht« kommt noch. Dass aber 1945 noch kommt, bezweifeln wir stark.

Dieser Beitrag erscheint im Sammelband Was Juden zur AfD treibt im Gerhard Hess Verlag, der am 19. Oktober am Stand der Jungen Freiheit auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert wird. Abdruck mit freundlicher Genehmigung.

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