BND warnt vor IS-Rache für Baghdadis Tod:

Sicherheitsbehörden befürchten Anschläge auf Weihnachtsmärkte

Nach der Ausschaltung von IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi durch US-Spezialkräfte gehen die Sicherheitsbehörden von einer erhöhten Anschlagsgefahr auch in Deutschland aus – dies vor allem mit Blick auf die bald startenden Weihnachtsmärkte.

In wenigen Wochen starten in Deutschland die Weihnachtsmärkte. Der BND warnt vor Racheakten des »Islamischen Staates« (IS)

Der Tod des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi ist zwar ein schwerer Rückschlag für den »Islamischen Staat«. Aber die Nachricht von der Ausschaltung des Irakers dürfte zugleich für großen Rachedurst sorgen, warnt der BND. Aus Sicherheitskreisen erfuhr der Deutschland Kurier, dass deshalb für die bevorstehenden Weihnachtsmärkte eine erhöhte Gefahrenlage anzunehmen sei.

Hintergrund sind vor allem Befürchtungen, dass deutsche IS-Kämpfer aus den bisher von Kurden gut bewachten Haftanstalten und Lagern in Nordsyrien fliehen und in den nächsten Tagen und Wochen unbemerkt nach Deutschland einsickern – so wie es Clan-Chef Ibrahim Miri nach seiner Abschiebung in den Libanon zurückgeschafft hatte.

Frauen oft nicht weniger gefährlich

Von den mehr als 1.050 Islamisten, die seit 2013 aus Deutschland nach Syrien und in den Irak gereist waren, soll etwa ein Drittel getötet worden sein. Zu rund 220 Getöteten liegen der Bundesregierung konkrete Hinweise vor. Ende September waren nach BND-Erkenntnissen in Syrien noch 111 deutsche Männer und Frauen sowie etwa 120 Kinder in Gefangenschaft.

Die Frauen, von denen einige offenbar schon vor der türkischen Intervention in Nordsyrien durch Bestechung von Wachpersonal freikamen, sind nach Einschätzung von Experten nicht weniger gefährlich einzustufen – sahen sie ihre Aufgabe doch vor allem darin, ihre Söhne zu kämpfenden Mitgliedern des IS zu erziehen.

Aus Sicherheitskreisen heißt es, unter den Frauen gebe es zwar einige wenige desillusionierte ehemalige IS-Mitglieder, in den meisten Fällen sei aber »keine Abkehr von der Grundgesinnung« feststellbar. Vielmehr gebe es Hinweise, dass sich die meisten Rückkehrerinnen lediglich »aus taktischen Erwägungen« zuletzt ruhiger verhalten hätten.

»Gelehrter« wird neuer Terror-Chef

Unterdessen wurde Abu Ibrahim al-Hashimi al-Kureischi zum Nachfolger von al-Baghdadi ernannt. Der IS warnte in einer am Donnerstag veröffentlichten Audio-Botschaft, dieser werde die Mission seines Vorgängers fortsetzen. Al-Kureischi sei ein »erfahrener Kommandeur und Gelehrter«, der bereits gegen die US-Truppen gekämpft habe.

Der neue Kopf des IS soll dem Stamm der Quraisch angehören, der zur Zeit des islamischen Propheten Mohammed über Mekka herrschte. In der islamischen Welt gilt die Abstammung vom Stamm der Quraisch bis heute als ein Zeichen von Prestige – die tatsächliche Abstammung ist allerdings nicht nachprüfbar.

Erhöhte Terrorgefahr für die Weihnachtsmärkte droht aber nicht nur wegen der Rückkehr von deutschen IS-Milizionären, sondern auch durch islamistische Gefährder. Ihre Zahl wird aktuell auf 688 geschätzt. (lol)

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Rückblick: Am 19. Dezember 2016 wurde am Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche der schwerste islamistische Terroranschlag in Deutschland verübt

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