Bosch-Chef warnt:

Von der Leyens »Green Deal« bricht Autobranche das Genick

Bosch-Vorstandsvorsitzender Volkmar Denner warnt: Die Verschärfung der sogenannten Klimaziele werde die deutsche Autobranche ins Mark treffen – mit unübersehbaren Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland

Der Bosch-Vorstandsvorsitzende Volkmar Denner hat eindringlich vor den überzogenen CO2-Vorgaben der neuen EU-Kommission gewarnt. Die Brüsseler Normen würden faktisch das Ende des Verbrennungsmotors bedeuten – mit unübersehbaren gesellschaftlichen Folgen.

Bosch-Chef Volkmar Denner sieht durch die geplanten verschärften CO2-Vorgaben der EU-Kommission zahlreiche Arbeitsplätze in der Autobranche bedroht. »Derartig anspruchsvolle Grenzwerte bedeuten das Ende des klassischen Verbrennungsmotors mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Beschäftigung der betroffenen Unternehmen«, sagte Denner der ›Stuttgarter Zeitung‹ und den ›Stuttgarter Nachrichten‹ mit Blick auf die Pläne der neuen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU).

Vor Denner hatten bereits der Verband der deutschen Automobilindustrie, Peugeot-Chef Carlos Tavares, der Kreditversicherer Euler Hermes sowie der Lkw-Hersteller Man vor den CO2-Vorgaben der EU gewarnt. Diese würden Massenarbeitslosigkeit und Pleiten nach sich ziehen.

Mit den angedachten Plänen müsse man sich Gedanken über Strukturhilfen in den Autoregionen machen. »Was wir können, ist Strukturwandel. Was wir nicht können, ist Strukturbruch«, sagte der Bosch-Chef. Ein Veränderungsprozess brauche Zeit. »Wenn man ihn dagegen dogmatisch übers Knie bricht, wird die Industrie den Wandel nicht bewältigen können.«

Denner forderte, sich die CO2-Bilanz der gesamten Prozesskette des Autos, also zum Beispiel auch der Herstellung, anzuschauen. »Dann hätte auch der optimierte Verbrenner wieder eine Chance, genau wie die Brennstoffzelle und synthetische Kraftstoffe.«

Bosch musste in den vergangenen Wochen immer wieder neue Stellenabbaupläne für einzelne Standorte aus dem Automobilbereich ankündigen. Insgesamt stehen bei dem größten deutschen Zulieferer rund 3.500 Arbeitsplätze zur Disposition. Laut Denner sind für diesen Mittwoch und Donnerstag Betriebsversammlungen angesetzt.

Auch dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gehen von der Leyens Pläne zu weit. Die ständige Verschärfung der Klimaziele führe zu einer Verunsicherung der Konsumenten und Unternehmen, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf der ›Deutschen Presse-Agentur‹ (dpa). Das sei »Gift für langlebige Investitionen«.

Von der Leyen stellte am Mittwoch ihren Plan für ein »klimaneutrales« Europa bis 2050 vor,  den sogenannten »Green Deal«. Das Ziel ist es, dass von 2050 an keine neuen sogenannten »Treibhausgase« aus Europa in die Atmosphäre gelangen, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen. Dafür muss der größte Teil der Gase, die bei Verbrennung von Kohle, Öl oder Gas und in der Landwirtschaft entstehen, vermieden und der Rest gespeichert werden.

Mal abgesehen von der Frage, ob der Wandel des Klimas überhaupt monokausal dem Menschen zugeordnet werden kann, kritisieren Experten, dass sich das Weltklima seit Jahrmillionen ändere. Wichtige Faktoren wie die Sonnenaktivität würden in der öffentlichen Debatte gar nicht angesprochen (der Deutschland Kurier berichtete hier, hier und hier). Zudem seien die Anstrengungen der EU absurd, weil beispielsweise die Energiegewinnung durch Kohle derzeit weltweit einen Boom erfahre. Ein alleiniges Vorpreschen Europas in dieser Frage dürfte nur wenig Einfluss auf das Weltklima haben – dafür umso mehr im Hinblick auf zu erwartende Zusammenbrüche im Sozialgefüge infolge Massenarbeitslosigkeit. (hh)

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