Bystrons Blattschuss

Österreich – Kurz ist ein Verräter

Petr Bystron

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Wochenende die bisher erfolgreiche schwarz-blaue Regierung beerdigt. Dabei hat er nicht nur seinen Partner FPÖ hintergangen, sondern ganz Österreich betrogen.

Das muss man sich erst einmal vorstellen: Eine Woche vor der EU-Wahl wird ein zwei Jahre altes (!) Video eines privaten Gesprächs von FPÖ-Chef Strache mit einem Lockvogel – einer vermeintlichen russischen Milliardärin – veröffentlicht. Das Video wurde in einer privaten Villa auf Ibiza illegal aufgenommen. Strache wurde dabei in eine sorgsam präparierte Falle gelockt – mit illegalen Methoden, die an düsterste KGB-Zeiten erinnern.

Die Veröffentlichung erfolgte (ebenso rechtswidrig) durch zwei deutsche (!) Medien, die bereits in der Vergangenheit mit ihrer linken Agitprop negativ aufgefallen sind – ›Spiegel‹ und ›Süddeutsche Zeitung‹. Dabei verlor der ›Spiegel‹ gerade durch zwei jüngste Skandale die Reste seiner Glaubwürdigkeit – Relotius und Putins Puppen.

Nur wenige Wochen nach dem Relotius-Skandal läutete das Magazin den Auftakt des EU-Wahlkampfes mit einer Fake-News-Story über angebliche Steuerung der AfD durch den Kreml ein. Nachdem bislang weder das Magazin noch die deutschen Geheimdienste belastbare Beweise für die abenteuerliche Geschichte beibringen konnten, ist klar, dass es sich hierbei um einen Versuch handelt, die EU-Wahlen zuungunsten der AfD zu manipulieren.

Und in solch einer Situation löst der bisherige Strahlemann und Vorzeigekanzler binnen weniger Stunden die erfolgreiche Regierung zwischen FPÖ und ÖVP auf? Eine Regierung, die sich im Inland einer Beliebtheit erfreute wie keine andere Regierung in Österreich seit Jahrzehnten. Am Tag des Sturzes betrug die Zustimmung für die Koalition 55%.

Kurz hat zuerst Strache hintergangen. Er sicherte ihm zu, nach seinem Rücktritt die erfolgreiche Koalition mit der FPÖ fortzusetzen. Dies sollte er auch öffentlich bei einer Pressekonferenz verkünden, die nur eine Stunde nach Straches Rücktritt erfolgen sollte. Doch nach Straches Abdankung forderte Kurz plötzlich auch den Rücktritt vom Innenminister Herbert Kickl (ebenfalls FPÖ). Damit enthüllte er seine eigentlichen Beweggründe: Zugriff auf das Innenministerium, Zerschlagung der Erfolgsbasis der FPÖ und totale Umkehr der bisherigen erfolgreichen österreichischen Politik im Bereich Migration.

Kurz hat damit nicht nur seinen Partner FPÖ hintergangen. Er hat auch seine ganze Heimat Österreich verraten. Er zerstörte eine Regierung, die bisher sehr erfolgreich im Sinne des österreichischen Volkes regiert hat. Sie hat den Beweis erbracht, dass es ohne Weiteres möglich ist, gegen die Massenmigration und auch gegen die Gefährdung durch islamistische Terroristen auf nationaler Ebene vorzugehen. Sie hat den Beweis erbracht, dass es hierzu eben nicht internationaler Strukturen bedarf, wie es die Internationalisten suggerieren.

Er hat sein Volk verraten auf Druck aus dem Ausland und auf der Grundlage einer künstlich inszenierten Affäre, die von deutschen Medien rechtswidrig publiziert wurde.

Das mühsam mit modernsten PR-Methoden aufgebaute Image von Sebastian Kurz als Strahlemann der österreichischen Politik ist damit zerstört. Kurz hat sich mit seinem Verrat komplett entzaubert. Er hat unter Beweis gestellt, dass er seine Partner bei erster Gelegenheit über Bord wirft und dabei auch die Interessen seines Landes verrät. Das zeichnet ihn als eiskalten Parteipolitiker aus – als Kanzler eines Landes qualifiziert es ihn jedoch ab.

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