China/Elektromobilität:

Platzt die weltweite E-Blase?

Die chinesische Regierung hat die Subventionen für E-Autos drastisch zurückgefahren. In der Folge stürzt der Preis für den wichtigen Batterierohstoff Lithium regelrecht ab. Platzt die weltweite E-Blase?

Aktuelle Daten der »China Association of Automobile Manufacturers« (CAAM) deuten darauf hin, dass Chinas Markt für Fahrzeuge, die mit elektrischer Energie betrieben werden, in diesem Jahr schrumpfen wird. Dem Branchenverband zufolge sind die Verkäufe von Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenautos im Oktober gegenüber Vorjahr um mehr als 45 Prozent eingebrochen. Es war der vierte Monat in Folge.

»Basierend auf dem aktuellen Entwicklungstrend könnten wir in diesem Jahr ein negatives Wachstum für neue Elektrofahrzeuge sehen«, zitiert ›CNN‹ den stellvertretenden Verbandschef Chen Shihua.

China wollte eigentlich, dass E-Autos bis zum Jahr 2025 ein Fünftel aller verkauften Neuwagen ausmachen. Deshalb hat Peking eine Reihe von Subventionen und steuerlichen Anreizen für die Produktion und den Kauf von Elektroautos eingeführt.

Führender chinesischer E-Auto-Hersteller steht vor der Insolvenz

Doch in den letzten Monaten musste die Regierung dieses Ziel mit einem anderen Ziel in Einklang bringen: der Bereinigung des übersättigten Marktes von überschuldeten Automobilherstellern und deren Produktionskapazitäten.

Die Sorge, dass sich in dem Sektor eine Blase bilden könnte, hat die chinesische Regierung dazu veranlasst, die Anreize zur Produktion und zum Kauf dramatisch zu reduzieren. Folge dieser Subventionskürzungen war ein Umsatzeinbruch auf dem größten Automobilmarkt der Welt.

Der Autobauer »Nio« – Vorreiter bei der Elektromobilität im Reich der Mitte – steht nach mehreren schweren Verlustquartalen bereits kurz vor der Insolvenz. »BYD«, ein weiterer führender Hersteller von Elektrofahrzeugen in China, meldet einen Gewinnrückgang um 89 Prozent für das dritte Quartal 2019.

Batterienachfrage bricht ein

Die schwachen Verkäufe von E-Autos machen sich auch bei den Herstellern von Autobatterien bemerkbar, wie die Wirtschaftsagentur »Bloomberg« berichtet. Demnach hat die Nachfrage nach Batterien im September deutlich nachgelassen.

In der Folge wiederum der rückläufigen Verkaufszahlen von E-Autos und Batterien setzt der Lithiumpreis seinen Absturz weiter fort. Zwischen Mitte 2015 und Mitte 2018 hatte sich der Lithiumpreis in chinesischen Yuan gerechnet fast verdreifacht. Doch seitdem ist der Preis für den wichtigen Batterierohstoff um knapp 40 Prozent gesunken. (hh)

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