Die drei Vollpfosten der Woche:

Renate Künast (Grüne), Heiko Maas (SPD), Saskia Esken (»Antifa«)

Verschwörungstheoretikerin: Renate Künast

Wilde Theorien faktenfrei hinaustrompeten und darauf weitreichende politische Forderungen gründen – das ist bekanntlich eine grüne Spezialität. Man ist in dieser Beziehung ja schon einiges gewohnt vom grünen Spitzenpersonal; und doch schaffen sie es immer wieder, uns mit besonders haarsträubendem Unfug zu verblüffen.

Renate Künast zum Beispiel. Die Ex-Partei- und -Fraktionschefin hat quasi freihändig im Alleingang die Ursachen der verheerenden Corona-Pandemie aufgeklärt: Ein Grund dafür sei nämlich »die falsche Art & Weise, wie wir unsere Nahrungsmittel produzieren, Landwirtschaft betreiben und dabei mit unserer Umwelt umgehen«.

Das musste einem ja mal gesagt werden. Da haben wir doch tatsächlich gerätselt, ob das Wuhan-Virus durch Schlamperei aus einem chinesischen Labor entwichen ist oder doch durch seltsame fernöstliche Essgewohnheiten beim Verzehr exotischer Kreaturen, die sich auf dubiosen Lebendtiermärkten drängeln, auf den Menschen übergesprungen ist.

Frau Künast weiß es besser. Muss wohl ein bayerischer Hühnermastbetrieb oder eine niedersächsische Schweinezuchtanstalt gewesen sein, die uns den Schlamassel eingebrockt hat. Die wollten die Grünen ja schon immer am liebsten dicht machen. Und für ihre fixe Idee von der »Ernährungswende« ist ihnen im Zweifelsfall jede noch so abstruse Verschwörungstheorie recht.

Künast ist übrigens »ernährungspolitische Sprecherin« ihrer Fraktion und war sogar schon mal Landwirtschaftsministerin. Hoffentlich wird sie es nicht wieder.

Fehlbesetzung: Heiko Maas

Hat Deutschland überhaupt einen Außenminister? Dem Vernehmen nach soll ein gewisser Heiko Maas derzeit den Posten bekleiden. Viel hört man nicht von ihm, und das ist wohl auch besser so; denn, wenn er mal was sagt, ist die Blamage in der Regel nicht weit.

Während Krawall-Mobs in den USA ganze Städte terrorisieren und eine Spur der Verwüstung ziehen, sieht der kleine Heiko, immer politisch korrekt, »friedliche Proteste«. Zur Verurteilung von Gewalt kann er sich nicht durchringen, dafür kritisiert er den US-Präsidenten, der die Ordnung wiederherstellen will.

Besonders diplomatisch ist das nicht von jemandem, der eigentlich die deutsche Außenpolitik repräsentieren soll. Dafür ist ihm der Beifall regierungsfrommer Journalisten sicher, die ihn ja auch sonst gerne anhimmeln. Bloß nicht anecken, jedenfalls nicht beim Mainstream der deutschen Filterblase; weiter reicht sein Horizont offenbar nicht.

Selbst dort hat man allerdings schon gemerkt, dass Heiko Maas im Grunde gar nicht weiß, was er mit seinem Amt eigentlich anfangen soll. Für die Außenpolitik fehlen ihm nicht nur die Courage, sondern auch die Ideen. Schon als Justizminister hat er nicht viel mehr als ein verkorkstes Zensurgesetz zustande gebracht. Aber der Rest der Welt hat nun mal nicht gerade auf einen deutschen Oberzensor gewartet.

»Wegen Auschwitz« sei er in die Politik gegangen, lautet eine seiner bevorzugten Plattitüden – aber bei den Vereinten Nationen lässt er jede noch so platte Israelhasser-Resolution ohne deutsche Gegenrede durchgehen. Heiko Maas ist vielleicht nicht die krasseste Fehlbesetzung in der Regierung Merkel, aber auf jeden Fall eine der peinlichsten.

Alt-»Antifantin«: Saskia Esken

»58 und ›Antifa‹. Selbstverständlich.« – Was will uns die SPD-Vorsitzende damit sagen? Dass Saskia Esken auch gerne noch mal jung genug wäre, um bei einer linksextremen Schlägertruppe mitzumischen? Dass sie auch im gesetzteren Alter noch nicht klüger geworden ist? Oder, dass sie sich, ohne nachzudenken, bei jedem noch so dummen Ideologietrend anbiedert?

Wahrscheinlich alles zusammen. Mit dem Aufstieg der verkniffenen ehemaligen baden-württembergischen Vize-Landeselternbeiratsvorsitzenden zur Parteichefin hat das linke Sektierertum schließlich endgültig die SPD-Parteispitze erobert. Und damit daran auch nicht der geringste Zweifel aufkommt, legt der »SPD-Parteivorstand« auf ›Twitter‹ auch gleich nach: »157 und ›Antifa‹. Selbstverständlich.«

Wo soll man da anfangen? Man würde den Sozis ja gerne erklären, dass der politische Begriff »Faschismus« erst seit etwa hundert Jahren existiert, es mithin schon logisch unmöglich ist, dass die alte Tante SPD auch die 57 Jahre davor schon »anti« war.

Oder man möchte die SPD daran erinnern, dass »Antifaschismus« ein stalinistischer Kampfbegriff ist, der sich gegen alle richtete, die gerade nicht auf Moskauer Komintern-Linie waren. Nicht nur gegen die Nationalsozialisten – die nannte Stalin »Faschisten«, weil es peinlich war, dass die sich ebenfalls (und nicht zu Unrecht) als »Sozialisten« bezeichneten –, aber auch gegen die Sozialdemokraten, die zu Stalins Zeiten tatsächlich noch lupenreine Demokraten waren und deshalb als »Arbeiterverräter« und »Sozialfaschisten« diffamiert wurden.

In ihrem jetzigen Zustand hilft der SPD aber auch kein Nachhilfeunterricht in Geschichte mehr. Da ist Hopfen und Malz verloren. Die »DDR«-Staatsdoktrin »Antifaschismus« ist jetzt offensichtlich auch zur SPD-Parteilinie geworden. Dann steht dem abermaligen Zusammenschluss mit der SED-PDS-»Linke« zur neuen Sozialistischen Einheitspartei wohl nichts mehr im Wege. Die SPD hat offenkundig die Parteivorsitzende, die sie verdient. Schade um diese traditionsreiche Partei.

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