James O’Keefe entlarvt ›Facebook‹-Zensurapparat

Facebook filtert Nutzer nach »rechten« Begriffen und erteilt ihnen einen »Troll-Score«

Der Undercover-Journalist James O’Keefe hat in einer Serie von neuen Videos dokumentiert, wie ›Facebook‹ konservative Themen filtert und zensiert. Konservative Nutzer werden von Algorithmen als »Trolle« identifiziert und gezielt bei der Benutzung von  ›Faceboo‹k gestört, sagt eine Ex-Mitarbeiterin.

James O’Keefe von Project Veritas war als Guerilla-Videomacher bekannt geworden, als er 2009 dem Strahlemann Barack Obama den ersten handfesten Skandal seiner Präsidentschaft bereitete. Als Zuhälter verkleidet, mit einer Kollegin als »Prosituierte«, suchte er mit versteckter Kamera die Büros der Sozialhilfe-NGO »ACORN« auf, für die auch Obama aktiv war, und erhielt dort Tipps, wie er ein Puff mit minderjährigen Migrantenmädchen vor der Steuer verstecken könnte und sogar wie man eine Leiche entsorgt (Hier die ganze unglaubliche Geschichte).

Nun hat O’Keefe eine ehemalige Facebook-Mitarbeiterin interviewt, die ihren Job verloren habe, weil sie Kontakt zu O’Keefe hatte und nun aus dem Nähkästchen plaudert. So sei ihr aufgefallen, dass Seiten von konservativen Kommentatoren wie Mike Cernovich, Lauren Chen oder Steven Crowder mit dem Vermerk »Deboost« (»Verbreitung drosseln«) versehen werden. Die Zeugin habe zum Vergleich kontroverse linke Seiten wie die Young Turks oder den Profifootballer Colin Kaepernick aufgesucht, aber keine solche Vermerke gefunden.

O’Keefe fand den ›Facebook‹-Techniker, der scheinbar für die Programmierung eines sogenannten »Sigma«-Filters zuständig ist, Danny Ben David, aber dieser verweigerte die Auskunft. »Die erste Regel bei ›Facebook‹ lautet, nicht über ›Facebook‹ reden«, so die anonyme Zeugin.

Der Sigma-Filter wurde ursprünglich 2017 entwickelt, um Posts nach bestimmten Reizwörtern zu filtern, wenn sie z. B. Aufrufe zum Suizid oder Selbstverletzung enthalten. Der Filter wurde daraufhin auf sog. »Hassrede« ausgeweitet und auch auf Begriffe im »Randbereich zur Hassrede«, wie Facebook-Mitarbeiter Seiji Yamamoto in einem internen Dokument schrieb. Yamamoto war u. a. für die »Informierte Rangfolge-Abstufung« geteilter Beiträge und der »Newsfeed-Reduzierungsstrategie« zuständig.

Diese »Begriffe in der Grauzone« seien durch die Bank Begriffe, die von Konservativen verwendet werden, so wie »Social Justice Warrior« (militanter Gutmensch), »Redpill« (konservative Aufklärung) oder »Mainstream-Medien«. Konservative Posts würden damit ausdrücklich benachteiligt und zensiert, so die anonyme Zeugin. »Das sind Posts, die nicht ausdrücklich verboten sind, die aber jemanden stören könnten, obwohl kein Gericht sie als Hassrede einstufen würde.«

›Facebook‹-Mitarbeiter Seiji Yamamoto und Eduardo Ariñho de la Rubia hätten am 28.9.2017 einen Bericht mit dem Namen »Koordiniertes Trollen auf Facebook« geschrieben, in dem sie diese Schlüsselbegriffe »rechter Trolle« definierten. Yamamoto habe erläutert, wie man mit solchen Begriffen eine »Trollklassifikation« erschaffen könnte. Facebook-Nutzer hätten eine »Troll-Punktzahl« erhalten und wurden demnach anders behandelt.

»Wenn jemand Hassbegriffe gegen Schwule oder Schwarze verwendet, dann ist das ja in Ordnung«, so die Ex-Mitarbeiterin. »Doch ›Facebook‹ hat gezielt die rechte Meme-Kultur ins Visier genommen.« Weitere »Störtaktiken«, die Yamamoto in seinem Papier definiert habe, seien »langsamere Datenraten, verringerte Bandbreiten, Auto-Ausloggen, Kommentare sperren und Posts, die wieder verschwinden oder gar nicht erst laden.«

Yamamoto habe sogar vorgeschlagen, die Freundeslisten von angeblichen »Trollen« zu benutzen, um solche Nutzer vor Kollegen und Bekannten öffentlich bloßzustellen. Es sei aber nicht klar, ob diese Taktik auch eingesetzt wurde, so O’Keefe.

Solche Maßnahmen, um »Trollaktivitäten zu stören«, könnten vor allem im Vorfeld wichtiger Wahlen angewandt werden, so die Zeugin. »Diese Leute glauben, die Wahl von Donald Trump war ein Irrtum, ein Betriebsunfall, der darauf zurückzuführen sei, dass ›rechte Trolle‹ das Internet missbraucht haben, und es sei nun ihre Aufgabe, dem einen Riegel vorzuschieben.«

›Facebook‹ antwortete auf die Vorwürfe auf der linken Website The Verge und nannte es »einen Publicity-Stunt« einer entlassenen Mitarbeiterin. Pikanterweise nahm ›Facebook‹ in der Antwort aber zur Kenntnis, dass die »Deboost«-Funktion tatsächlich existiert.

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