Klartext des Chefredakteurs:

Die »Antirassismus«-Pandemie

David Bendels

war da noch was mit »Corona«? Eine neue Sau läuft durchs Dorf, ein neuer Popanz wird nun auch in Deutschland skandalisiert: vermeintlicher Rassismus.

Aus den USA ist die Welle herübergeschwappt, auf allen Kanälen prasselt es auf uns ein, Zehntausende gehen in großen und kleinen Städten auf die Straße. Abstandsregeln, Hygienevorschriften? Interessiert auf einmal keinen mehr, niemand schreitet ein. Wozu haben wir uns eigentlich die ganze Zeit einsperren und mit Maskenpflicht und »Sicherheitsabständen« schikanieren lassen, Wirtschaft und Mittelstand an die Wand gefahren und unsere Kinder monatelang nicht mehr in die Schule geschickt?

Ungeniert wird hier mit zweierlei Maß gemessen. Wer vor Kurzem noch ruhig und zivilisiert gegen die Corona-Auflagen protestieren wollte, wurde als fast schon gemeingefährlicher »Verschwörungstheoretiker« hingestellt. Die aufrechte »DDR«-Bürgerrechtlerin Angelika Barbe wurde vor wenigen Wochen auf dem Berliner Alexanderplatz wie eine Verbrecherin abgeführt, weil sie einer »Antifa«-Gegendemo zu nahe gekommen war. Linke Ideologen und ihre linksextremen Fußtruppen haben aber offenbar Narrenfreiheit in diesem Land. Wir erleben eine Orgie der Doppelmoral. Lobbyisten und Agitatoren instrumentalisieren einen Vorfall, um eine Protestbewegung zu inszenieren – erst in den USA, dann bei uns. Linksextreme und die militante »Antifa« brechen, unter der Deckung von naiven Mitläufern, Randale und Krawalle vom Zaun – erst in den USA, dann bei uns. Und hier wie dort verharmlosen und beschönigen die Medien Gewalt und Anarchie, biedern sich Politiker und sogenannte Prominente bei den Machern an, Firmen und Funktionäre liefern Ergebenheitsadressen ab, ganze Profifußballmannschaften knien sich vor Spielbeginn in einer Geste der Unterwerfung hin. In Hamburg versucht sich sogar die Polizeiführung mit einem »Wir sind auf eurer Seite!« einzuschmeicheln.

Ohne Erfolg, Polizisten bleiben das Hassobjekt der militanten Linken, Dutzende Beamte werden auch an diesem Wochenende wieder verletzt. Plünderungen und Straßenschlachten gibt es unterdes auch in anderen Ländern, in Großbritannien werden Denkmäler gestürzt und selbst eine Churchill-Statue geschändet.
Der Wahnsinnige aus Braunau wäre sicherlich stolz auf diese brandschatzenden Sturmtruppen.

Es ist wie ein Virus, das den ganzen Westen erfasst hat und jeden nüchternen, vernünftigen Gedanken ausschaltet.
Der Kampf gegen angeblich allgegenwärtigen »Rassismus« ist natürlich nur ein Vorwand. Kein Afrikaner wurde im Übrigen zwangsweise nach Deutschland, Frankreich oder Großbritannien gebracht, um in Europa zu leben. Es hat auch noch niemand daran gedacht, die Millionen, die in Afrika noch auf gepackten Koffern sitzen, vor der »rassistischen« Höll zu warnen, die sie hier offenbar erwartet.

Nein, es geht um etwas anderes: Um Macht, Privilegien und gesellschaftliche Deutungshoheit, die mit der Brechstange durchgesetzt werden sollen. »#BlackLivesMatter« heißt das gedankenlos aus den USA kopierte Motto: »Schwarze Leben zählen.« Natürlich, so wie jedes Leben zählt. Aber wer das ausspricht und ein »#AllLivesMatter« dagegenhält, steht schon unter »Rassismus«-Verdacht. Zählt auch das Leben der schwarzen Wachleute und Ladenbesitzer, die in den USA von Plünderern und Randalierern erschlagen wurden? Und wie viel zählt das Leben all der jungen Frauen und Männer, die in den letzten Jahren Opfer von brutaler und deutschenfeindlicher Migrantengewalt geworden sind? Für sie geht keiner auf die Straße. Und wenn doch, fantasieren Medien und Politik, wie in Chemnitz, »Ausländerfeindlichkeit« und »Hetzjagd« herbei.

Wo hemmungslose Agitation und Propaganda an die Stelle von Verstand und Gerechtigkeitsempfinden treten, dürfte es nicht mehr weit sein bis zum Kniefall auch von Angela Merkel!

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