Diese Todesanzeige erschien in der ›Stuttgarter Zeitung‹

»Papa, Papa, du sollst nicht sterben!«

Von Offenburg bis Heidelberg sind es 117 Kilometer. Zwischen beiden Städten im grün-schwarzen Baden-Württemberg gibt es eine metaphysische Verbindung. Deren Reich- und Tragweite konnte vielfach auch schon anderenorts in Deutschland beobachtet werden:

Am 9. Juni2016 hielt Martin Schulz (SPD), damals noch Präsident des Europäischen Parlaments, in Heidelberg eine Rede. Vor 400 Zuhörern in der Aula der »Neuen Universität« erklärte er: »Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold.« Der unsägliche Satz ging in die jüngere deutsche Geschichte ein.

Am 16. August 2018 starb in seiner Praxis in Offenburg im Alter von 51 Jahren
Dr. med. Joachim Tüncher – ein Allgemeinmediziner, der sich besonders in der medizinischen Versorgung von »Flüchtlingen« engagierte. Die baden-württembergische Ärzteschaft zitiert in ihrer Traueranzeige den französischen Philosophen Jean-Paul Sartre:

»Die Gewalt lebt davon, dass sie von Anständigen nicht für möglich gehalten wird.«

Und wieder ist es geschehen. Und wieder war es ein »Goldstück«! Wie in Freiburg, in Kandel, in Flensburg, in Mainz, in, in, in

Offenbar wahllos wie aus dem Nichts erstach ein 26 Jahre alter Somalier den bei seinen Patienten äußerst beliebten Offenburger Doktor. Die Arzthelferin Elke D., die ihrem Chef zu Hilfe eilte, verletzte er zum Glück nur leicht.

Das Wartezimmer im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses Aenne-Burda-Allee 8 war schon gut gefüllt, als am Donnerstag der vorvergangenen Woche um 8.45 Uhr der Somalier die Praxis von Joachim Tüncher betrat und ohne jede Vorwarnung, vielleicht weil ihm nicht sofort die adäquate privatärztliche Behandlung widerfuhr (?), auf den Arzt einstach. »Papa, Papa, du sollst nicht sterben«, rief die kleine Arzttochter entsetzt, die ihren Vater öfter in der Praxis besuchte. Für Joachim Tüncher kam jede Hilfe zu spät. Das 10 Jahre alte Mädchen bleibt gezeichnet ein Leben lang vom Anblick des sterbenden Vaters.

Nach einstündiger Großfahndung mit Hubschraubern und Hundestaffeln wurde der Messerstecher etwa 1,5 Kilometer vom Tatort entfernt nahe des »Freiburger Platzes« gestellt. Es handelt sich um einen aus Somalia stammenden Asylbewerber, der Anfang November 2015 illegal nach Deutschland eingereist und einer Unterkunft in Offenburg zugewiesen wurde. Der 26-jährige Schwarzafrikaner  war bereits mehrfach polizeilich aufgefallen. Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung in seiner Unterkunft hatte er auch schon eine Nacht in »Polizeigewahrsam« verbringen dürfen. Gegen ihn erließ die Ermittlungsrichterin inzwischen Haftbefehl wegen Mordes.

In der Ortenau, wie dieser malerische Wahlkreis von Wolfgang Schäuble (CDU) im Schwarzwald heißt, bleiben nach dieser von der ›ARD‹-Tagesschau totgeschwiegenen Bluttat Entsetzen und Sprachlosigkeit zurück. Und natürlich das übliche Betroffenheitsritual!

Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner (CDU) mahnte zur »Besonnenheit«, es dürfe »nicht pauschalisiert« werden. Landesjustizminister Guido Wolf (CDU) warnte vor einer »Politisierung« der Tat: »Wichtig für die Politik in solchen aufgeheizten Stimmungslagen ist, dass solche Verbrechen nicht politisch missbraucht oder instrumentalisiert werden.«

Laut ›Badischer Zeitung‹ hat Offenburg, gemessen an der Einwohnerzahl, inzwischen Freiburg bei der Zahl der Straftaten überholt. Anteil »nichtdeutscher« Täter: 51,2 Prozent! In der Ärzteschaft wird jetzt darüber diskutiert, Praxen ähnlich wie Banken mit einem Alarmknopf auszustatten.

Hintergrund ist, dass sich bundesweit Angriffe auf Mediziner und in Notaufnahmen häufen.

Zuletzt wurde Ende Juni in Ottobrunn bei München eine Notärztin von einem »schutzsuchenden« Eritreer angriffen und durch Scherben einer Bierflasche schwer verletzt.

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Von Offenburg in das südpfälzische Landau. Dort läuft zur Zeit vor der Jugendkammer und unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Prozess gegen ein anderes »Goldstück«: Abdul Mobin Dawodzai. Der angeblich zur Tatzeit noch minderjährige, heute angeblich 20 Jahre alte Afghane hatte am 27.Dezember 2017 die 15-jährige Mia Valentin aus Kandel erstochen. Vergangene Woche rastete der Angeklagte im Gerichtssaal vollkommen aus.

Der Afghane schlug um sich, bespuckte einen Justizbeamten, beleidigte ihn als »Drecksbulle«. Dann, so »Justizkreise«, sprang er dem Beamten an die Gurgel und würgte ihn. Mehrere SEK-Männer, die sofort in den Saal stürmten, führten den Tobsüchtigen in Hand- und Fußfesseln ab. Selbst die im Saal anwesende Gutachterin soll nach dem Vorfall völlig geschockt gewesen sein. So einen Ausbruch habe sie noch nie erlebt, hieß es aus »Justizkreisen«.

Wie sagte noch Jean-Paul Sartre…28

Stilles Gedenken: Blumen und Kerzen am Ort des schrecklichen Verbrechens
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