Paul und Kevin

Prognostiziert man die Zukunft Deutschlands anhand des Spitzenpersonals der politischen Nachwuchsorganisationen, dann gibt es keine Hoffnung. Der klassische Nachwuchspolitiker ist »Typ Kevin«: keinen Abschluss, keine Berufserfahrung, flexible Überzeugungen, große Klappe.

Es begann mit den Grünen, bei denen verkrachte Existenzen aller Art beachtliche Karrieren hinlegten. Ob Joschka Fischer, Claudia Roth oder Katrin Göring-Eckardt – wer von denen hat jemals wirklich gearbeitet? Die SPD hat das Modell dann vervollkommnet. So entstand eine Arbeiterpartei ohne Arbeiter im Vorstand, dafür aber mit dem Namensgeber von »Typ Kevin« als Juso-Chef: Kevin Kühnert, außerhalb des geschützten Arbeitsmarktes Politik nicht vermittelbar.

Da der Konservatismus der Union bekanntlich nur noch darin besteht, alle Irrwege der Linken mit etwas zeitlicher Verzögerung nachzuholen, ergänzt nun Paul den Kevin: Paul Ziemiak, kein Abschluss, keine Berufserfahrung, flexible Überzeugungen, große Klappe. Er wurde unlängst zum Generalsekretär befördert. Der Leistungsnachweis für dieses herausgehobene Amt bestand in einer folgenschweren Intrige: Er sorgte dafür, dass die Delegierten der Jungen Union Annegret Kramp-Karrenbauer wählten statt den bei der Mitgliedschaft beliebten Friedrich Merz. Paul ist da flexibel: Wer keinen Abschluss hat, braucht auch keine Inhalte. Die stören nur bei der Suche nach einem Posten mit geregeltem Auskommen.

Nach der Logik des Politikbetriebes wird also der Original-Kevin dereinst die SPD und der Kevin mit Bootsschuhen, Paul Ziemiak, die CDU anführen. Dass solche Gestalten die größte Volkswirtschaft Europas regieren können, glaubt hoffentlich niemand. Es bleiben somit nur zwei Auswege: auswandern oder eine Alternative wählen!

Maximilian Krah

war bis 2016 Mitglied der CDU. Der promovierte Jurist ist seit 2018 stv. Landesvorsitzender der AfD Sachsen.

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