Schock-Umfragewerte:

Für Esken und AKK wird es bei der Kanzlerfrage richtig düster

Desaströse Umfragewerte: Zwei von drei Deutschen wollen weder die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (li) noch die SPD-Chefin Saskia Esken als Bundeskanzlerin

Das Ansehen der Vorsitzenden von CDU und SPD scheint auf einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein. Das spiegelt sich in niedrigen Popularitätswerten im ›RTL‹/›n-tv‹-Trendbarometer wider.

Hätten die Bundesbürger bei der Kanzlerfrage ein Mitspracherecht und müssten zwischen der CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer oder der SPD-Chefin Saskia Esken als Bundeskanzlerin entscheiden, würden zwei Drittel (66 %) »keine von beiden« wählen. 22 Prozent würden für AKK und lediglich 12 Prozent für Esken votieren.

Selbst in den eigenen Parteien können die beiden Vorsitzenden nur eine Minderheit überzeugen: Kramp-Karrenbauer würde von 56 Prozent der Unions-Anhänger, Esken von 77 Prozent der SPD-Anhänger nicht gewählt werden. Noch erschreckender: Würde Saskia Esken gegen Grünen-Chef Robert Habeck antreten, würde sie von 89 Prozent der SPD-Anhänger nicht gewählt. 43 Prozent der SPD-Sympathisanten würden sich hingegen für den Grünen entscheiden.

Finanzminister und Vize-Kanzler Olaf Scholz (SPD), den der Deutschland Kurier als »Verlierer des Jahres« nominierte, würde bei der »Kanzlerfrage« nach wie vor besser abschneiden als seine Parteigenossin Esken. Im direkten Vergleich mit »AKK« würde Scholz mit 31 gegenüber 14 Prozent vorne liegen, im Vergleich mit Habeck läge er zwei Prozentpunkte zurück (23 gegenüber 25 Prozent).

Bei einer Bundestagswahl könnten die Parteien derzeit laut Forsa mit folgendem Ergebnis rechnen:

  • CDU/CSU 28 Prozent (Bundestagswahl 32,9 %),
  • Grüne 22 Prozent (8,9 %),
  • SPD 12 Prozent (20,5 %),
  • AfD 13 Prozent (12,6 %),
  • FDP 9 Prozent (10,7 %),
  • Linke 8 Prozent (9,2 %),
  • 8 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2 %).
  • 23 Prozent aller Wahlberechtigten sind derzeit unentschlossen oder würden nicht wählen (Nichtwähler 2017: 23,8 %).

Im Vergleich zum Anfang des letzten Jahres (15 %) verliert die SPD laut Forsa drei Prozentpunkte und steht aktuell bei 12 Prozent. Das ist der niedrigste Wert, der seit Beginn des Trendbarometers 1992 an einem Jahresanfang für die Sozialdemokraten gemessen wurde. Die Union erreicht 28 Prozent, vier Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr (32 %). Ein einziges Mal – im Februar 2000, nach Bekanntwerden der CDU-Spendenaffäre – war der Unions-Wert zu Jahresbeginn mit 26 Prozent noch niedriger.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 6.–10.01.2020 im Auftrag der Mediengruppe ›RTL‹ erhoben. Datenbasis: 2.503 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

Bei der Sonntagsfrage des ›ARD‹-DeutschlandTrends ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap folgende Werte:

  • 27 Prozent der Deutschen würden der CDU/CSU ihre Stimme geben (+2 Prozentpunkte im Vgl. zu Dezember).
  • Die Grünen landen in der Sonntagsfrage bei 23 Prozent (+/-0).
  • Die AfD kommt auf 14 Prozent (-1).
  • Die SPD käme auf 13 Prozent (+/-0).
  • Die FDP liegt wie im Vormonat bei 9 Prozent.
  • Die Linke bleibt bei 8 Prozent.

Befragt vom Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap wurden von Dienstag bis Mittwoch der vergangenen Woche 1.506 Wahlberechtigte bundesweit.

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