Steuern, Abgaben, Umlagen – der Staat ist der größte Preistreiber beim Strom:

Sind wir eigentlich nur noch blöd?

Freitag dieser Woche ist wieder bundesweiter »Klimastreik« angesagt, der dritte in diesem Jahr. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem »Bürgerstreik« dagegen: Über die Hälfte der horrenden Stromkosten entfällt inzwischen auf den Staat!

Private Haushalte ächzen unter immer höheren Stromkosten: Mehr als die Hälfte der horrenden Summen kassiert der Staat

Deutschland ächzt unter historisch hohen Stromkosten: Doch der größte Preistreiber beim Strom ist der deutsche Staat. Das geht aus neuen Zahlen des Vergleichsportals »Verivox« hervor.

Allein in diesem Jahr summiert sich demnach der Anteil staatlicher Faktoren beim Strompreis (Steuern, Abgaben, Umlagen) auf mehr als 20 Milliarden Euro. Das entspricht einer Abgabenquote von sage und schreibe 53 Prozent!

Insgesamt acht Milliarden Euro zahlen allein die privaten Verbraucher dieses Jahr an Ökostromumlage. Ohne diesen gigantischen Kostenfaktor könnte ein Durchschnittshaushalt um bis zu 229 Euro jährlich entlastet werden, ermittelte »Verivox«.

Die Kosten für Strom belaufen sich aktuell auf durchschnittlich 30,20 Cent je Kilowattstunde. Im Jahr 2018 benötigten die privaten Haushalte rund 127 Milliarden Kilowattstunden. Auf Basis dieser Verbrauchswerte prognostiziert »Verivox« für 2019 jährliche Stromkosten von insgesamt 38 Milliarden Euro.

Und so schröpft der Staat beim Strom die Verbraucher:

► 9,9 Milliarden Euro (26 Prozent) entfallen auf die Netznutzung durch die Stromversorger;

► 20,3 Milliarden Euro machen Steuern, Abgaben und Umlagen aus. Lag dieser Kostenblock vor zehn Jahren noch bei 40 Prozent, summiert sich die staatliche Abzocke inzwischen auf satte 53 Prozent des Strompreises;

► lediglich 8,2 Milliarden Euro (21 Prozent) bleiben den Stromversorgern für Beschaffung, Marge und Vertrieb;

► der Clou: Auf den vom Staat selbst hochgetriebenen Strompreis wird am Ende noch im Wege der Doppelbesteuerung die Mehrwertsteuer fällig. Der Fiskus kassiert weitere 6,1 Milliarden Euro, u. a. auf Steuern und Abgaben, die er selbst erhoben hat.

Und so könnte die Stromrechnung eigentlich aussehen:

► Für die Ökostromumlage, mit der der Ausbau erneuerbarer Energien finanziert wird, werden aktuell 6,41 Cent je Kilowattstunde fällig. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden bedeutet das laut »Verivox« eine jährliche Belastung von 229 Euro (brutto). Bei einem Wegfall allein schon der Öko-Umlage könnten die Strompreise stark sinken.

Senkung der Stromsteuer würde Haushalte um 70 Euro entlasten

► Die Stromsteuer für private Verbraucher macht mit 2,05 Cent je Kilowattstunde rund sieben Prozent der Stromrechnung aus. Für einen Durchschnittshaushalt entstehen so jährliche Kosten von 73 Euro. Zwar kann Deutschland die Stromsteuer im Alleingang nicht gänzlich abschaffen, weil EU-Regeln einen Mindestsatz von 0,1 Cent/kWh für die Stromsteuer vorschreiben. Aber eine Senkung im Bereich des Möglichen würde die deutschen Haushalte immerhin noch um 70 Euro/Jahr entlasten.

Stromrechnung könnte um weitere 91 Euro sinken

► Die (volle) Mehrwertsteuer auf Strom belastet einen Durchschnittshaushalt mit 145 Euro pro Jahr. Würde Strom als lebensnotwendiges Gut eingestuft und damit unter den reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent fallen, könnten die Verbraucher um weitere 91 Euro jährlich entlastet werden.

PS: Am Freitag wird in Berlin wieder demonstriert – und »klimatisiert«. Das sogenannte Klimakabinett will Verbrauchern und Autofahrern noch tiefer in die Tasche greifen. Wann endlich gehen die Bürger gegen den Gier-Staat auf die Straße? (oys)

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