Tausende Afghanen und Pakistaner auf der Balkanroute gestrandet

Die Ruhe vor dem Sturm

In Bosnien versuchen Tausende Männer aus Afghanistan und Pakistan, sich nach Mitteleuropa durchzuschlagen. In der Grenzstadt Bihac herrscht blankes Chaos. Schleuser und Taxifahrer haben Hochkonjunktur.

Jung, männlich, alleinstehend: In der bosnischen Grenzstadt Bihac sammeln sich Wirtschaftsflüchtlinge aus Pakistan und Afghanistan zur Weiterreise nach Zentraleuropa

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit befinden sich im Grenzgebiet zwischen Bosnien und Herzegowina und Kroatien Tausende von Migranten, die den Weg nach Deutschland und in weitere Staaten Mittel- und Nordeuropas suchen. Die überregionale österreichische Tageszeitung ›Die Presse‹ (Wien) berichtet, dass es sich bei den Wirtschaftsflüchtlingen weniger um Syrer, sondern fast durchweg um Migranten aus Afghanistan und Pakistan handelt. In den bosnischen Städten Bihac und Velika Kladusa sei die Lage besonders dramatisch. Trotz der angeblichen Schließung der Balkanroute gelingt es offenbar nicht, den Zustrom außerhalb der EU-Außengrenzen aufzuhalten.

›Die Presse‹ schreibt dazu: »Waren es vor vier Jahren vor allem Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten Syriens – darunter viele Familien –, sind es heute fast nur noch alleinstehende, junge, männliche Wirtschaftsflüchtlinge im Alter von 18 bis 30 Jahren, überwiegend aus Pakistan und Afghanistan.«

Mindestens 20.000 Migranten soll es bisher gelungen sein, über Kroatien in weitere EU-Staaten einzureisen. Das harte Vorgehen der kroatischen Polizei bleibe unwirksam, weil professionelle Schlepper ausgeklügelte Routen und Methoden nutzen. Einer Karte der »Internationalen Organisation für Migration« (IOM) zufolge findet die eigentliche aktuelle »Flüchtlingskrise« daher nicht im Mittelmeer, sondern auf der angeblich dichten Balkanroute statt.

Im Herbst geht es richtig los
Dazu heißt es in dem österreichischen Zeitungsbericht weiter: »2019 kommen täglich etwa 180 bis 220 Migranten in Bihac an, bis zu 8.000 halten sich ständig dort auf. Bei einer Stadtbevölkerung von etwa 35.000 bewirkt das riesige soziale und gesellschaftliche Probleme. Alle meine Gesprächspartner erwarteten ein starkes Ansteigen der Migration im Herbst. Das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung steigt bedrohlich. Die Zahl der Einbrüche, Raubüberfälle etc. steigt rapide an, ebenso die gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Migranten«, so die Presse.

Aufnahmezentrum für Migranten in Bihac: Die bosnische Stadt wird von der EU weitgehend im Stich gelassen

Die Stadt Bihac wird von der EU vor Ort weitgehend im Stich gelassen. Allerdings: Das Taxigewerbe boomt. In Bihac gab es bis vor zwei Jahren nur zwei Taxis. Mittlerweile sind es mindestens 30 Fahrzeuge. Pro Nacht sollen etwa 400 »Flüchtlinge« und Migranten, begleitet von Schleppern, welche die Camps in Bihac verlassen, um per Taxi nach Westen und Norden zu gelangen.

Trotz rund 24 Millionen Euro, die die EU seit 2018 für Migrationskontrolle, Unterbringung und Grenzsicherung in Bosnien und Herzegowina sowie für die Förderung »freiwilliger Rückkehrer« bereitgestellt hat, scheinen die Dämme kurz davor zu sein, zu brechen.

Griechen winken einfach durch
Hintergrund ist, dass die griechische Regierung unter Alexis Tsipras die »Flüchtlinge« und Migranten nach Serbien und Nordmazedonien zuletzt einfach immer öfter durchgewunken hat. Ganz offensichtlich werden die »Flüchtlinge« dann von Südosteuropa aus weiter Richtung Westeuropa durchgelassen, weil keiner der EU-Staaten eine Verantwortung für die Lösung dieser stillschweigend vor allem auf Bosnien abgewälzten Last übernimmt.

Hinzu kommt: Die Türkei, die mit 3,5 Millionen Migranten vor allem syrischer Provenienz die größte »Flüchtlingspopulation« der Welt beherbergt, sieht es auch nicht mehr ein, warum sie der »Ausputzer« sein soll.

EU: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen
Die EU-Staats- und Regierungschefs halten es derweil mit den drei chinesischen Affen: »Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen!« Die Wiener Zeitung ›Die Presse‹ warnt: »In Österreich aber muss uns eines klar sein: Wer Europa im Süden oder Südosten betritt, kommt früher oder später zu uns in den Norden.« Die durchweg männlichen »Flüchtlinge« aus Afghanistan und Pakistan seien »zum Äußersten entschlossen«.

Für Nachschub an potenziellen Messerstechern dürfte also gesorgt sein!

(hh/lol)

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