Trotz geringer Qualifikation:

Wirtschaftsminister Altmaier fordert Firmen auf, offene Stellen mit »Flüchtlingen« zu besetzen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): Firmen sollen das »Potenzial von ›Geflüchteten‹ zur Fachkräftesicherung« nutzen

Anlässlich des Jahrestreffens der sogenannten Willkommenslotsen, ein Programm der Bundesregierung, hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Montag in Berlin die deutsche Wirtschaft aufgefordert, mehr offene Stellen mit »Flüchtlingen« zu besetzen und Potenzial von »Geflüchteten« zur Fachkräftesicherung zu nutzen.

Ziel sei es, »möglichst viele Menschen nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren«, so Altmaier am Montag in Berlin beim Jahrestreffen der sogenannten Willkommenslotsen. Der Bundeswirtschaftsminister zeigte sich überzeugt davon, dass Unternehmen gut beraten seien, das »Potenzial von ›Geflüchteten‹ zur Fachkräftesicherung« zu nutzen, berichtet das ›Redaktionsnetzwerk Deutschland‹.

Die Willkommenslotsen stünden den Unternehmen deutschlandweit hierfür mit Rat und Tat zur Seite, so Altmaier weiter. »Sie unterstützen die Firmen bei zentralen Fragen zu Ausbildung, Beschäftigung, Sprachförderung, Aufenthaltsstatus, Qualifikationsbedarf sowie zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten.« Die Bundesregierung hatte das Programm Willkommenslotsen im Jahr 2016 aufgelegt, um Unternehmen bei der betrieblichen Integration von »Geflüchteten« zu unterstützen und »Flüchtlingen« den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Am Montag trafen sich im Wirtschaftsministerium etwa 130 dieser Lotsen aus ganz Deutschland, um über nachhaltige Integration von »Flüchtlingen« in Ausbildung und Arbeit zu diskutieren. Sie stehen den Unternehmen vor, während und nach einer Stellenbesetzung beratend zur Seite. Sie suchen Betriebe vor Ort auf, sensibilisieren für das Thema Fachkräftesicherung und beraten zu den Rahmenbedingungen einer Beschäftigung geflüchteter Drittstaatsangehöriger, hieß es in der Eigendarstellung des Bundesprogramms.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert seit März 2016 die Einrichtung der sogenannten Willkommenslotsen. Bund, Wirtschaft, Gewerkschaft und Länder haben nach der Flüchtlingswelle von 2015 unter dem Dach der Allianz für Aus- und Weiterbildung sogenannte zentrale Maßnahmen zur Integration von »Flüchtlingen« in Arbeit und Ausbildung abgestimmt, die unter anderem die Etablierung von Willkommenslotsen für sehr wichtig hielt. Seither sind rund 130 Willkommenslotsen in der Bundesrepublik Deutschland im Einsatz.

Die Bundesregierung teilte auf die Kleine Anfrage (Drs. Nr. 19/3988) des AfD-Bundestagsabgeordneten Stefan Keuter im September 2018 mit, dass die jährlichen Zuwendungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für dieses Projekt im Jahr 2016 insgesamt rund 3,08 Millionen Euro betrugen. Im Jahr 2017 waren es schon rund 5,19 Millionen Euro und für das Jahr 2018 wurden nochmals rund 6,73 Millionen Euro Steuergeld bewilligt. Das Projekt soll, so die Bundesregierung, mit einem Budget von 7,1 Millionen Euro im Jahr 2019 fortgesetzt werden, hieß es in der Antwort der Bundesregierung. Auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums heißt es: »Die Wirtschaft beteiligt sich mit 30 Prozent an den Gesamtkosten in Höhe von rund 10 Millionen Euro.« Laut Zahlen des Wirtschaftsministeriums haben allein im Jahr 2018 mehr als 7.500 Unternehmen eine individuelle Beratung durch Willkommenslotsen in Anspruch genommen. Insgesamt seien mehr als 4.000 freie Ausbildungs- und Arbeitsplätze besetzt worden.

Wie der Deutschland Kurier berichtete, erhielten laut der Bundesagentur für Arbeit im Mai dieses Jahres rund 43 Prozent der Afghanen im erwerbsfähigen Alter Hartz-IV-Leistungen. Die Arbeitslosenquote lag für diese Gruppe im Juni bei rund 26 Prozent. Zum Vergleich: Im Juni waren 4,7 Prozent der Deutschen und 12,2 Prozent aller Ausländer arbeitslos. Der Vorsitzende des Aktionsrats Bildung, Hamburgs Universitätspräsident Professor Dieter Lenzen, verwies bereits im vergangenen Jahr darauf, dass 65 Prozent eines Altersjahrgangs der syrischen Immigranten nach den Pisa-Testungen nur auf Stufe eins des Leseverstehens operieren können und es sich demzufolge im Grunde um funktionale oder tatsächliche Analphabeten handle. Zudem besitzen rund zwei Drittel der Immigranten aus den Hauptherkunftsländern keinen berufsqualifizierenden Bildungsabschluss.

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