Was kostet die Welt?

Soros und der ›Welt‹-Chefreporter

Letzte Woche berichteten Philosophia Perennis und der Deutschland-Kurier über die mögliche Verbindung zwischen dem merkelnahen Springer-Verlag (›Bild‹, ›Welt‹) und dem linken Großspender George Soros. Der Chefreporter der ›Welt‹, Ansgar Graw, war 2014 bei der ersten Radikalisierung gewaltbereiter Soros-Gruppen dabei.

Multimilliardär George Soros (li.) kann bei ›Welt‹-Reporter Ansgar Graw stets mit wohlwollender Berichterstattung rechnen

Am 15.5.2018 stellte ›Welt‹-Chefreporter Ansgar Graw unter dem Titel »Die offene Gesellschaft hat ihre Feinde« eine Serie von Vorurteilen und Klischees über die »perfekte Hassfigur« Soros zusammen. Dass Kritik am linken Einflussnehmer Soros als »Hass« und »Antisemitismus« diffamiert wird, gehört im Pro-Soros-Lager zum guten Ton. Dass die intransparenten Aktivitäten der »Open-Society-Stiftung« sich als »offene Gesellschaft« tarnen, ist fast schon genial.

Dass der Chefreporter der ›Welt‹ aber gleich im ersten Satz so danebenliegt, ist wirklich eine Leistung: »Es ist eine Tragödie, dass der Milliardär und Philanthrop George Soros seine Aktivitäten in Budapest einstellen muss.« Die englischsprachige Soros-Uni Central European University – offiziell im Staate New York beheimatet – hat im Dezember freiwillig ihre Aktivitäten nach Wien verlegt, die ungarischsprachige Közép-európai Egyetem behält nach wie vor ihre Präsenz in Budapest.

Diese Art von einseitiger Berichterstattung der ehemals konservativen ›Welt‹ ist es, der die Autorin Patrizia von Berlin (Pseudonym) auf Philosophia Perennis nachgegangen ist. ›Welt‹-Chefreporter Graw war jedoch schon 2014 in den USA vor Ort, als sich die »Black Lives Matter«-Bewegung aufgrund der Rassenunruhen von Ferguson bei St. Louis, Missouri, radikalisierte. Es war der erste Schritt einer Gewaltspirale, die zu Krawallen in den USA und Europa von sorosnahen Gruppen wie Refuse Fascism, Hope not Hate und der deutschen Antifa geführt hat.

Am 9.8.2014 wurde in Ferguson der Kleinkriminelle Michael Brown beim Versuch, dem Polizisten Darren Wilson seine Waffe zu entreißen, erschossen. Daraufhin kam es zu wochenlangen Ausschreitungen und Plünderungen in Ferguson. Präsident Barack Obama und Bundesanwalt Eric Holder kritisierten die Polizei, obwohl Holders Justizministerium in ihrem Bericht vom März 2015 keinerlei Fehlverhalten der Polizei fand. Viele konservative Amerikaner sehen in diesem Vorfall die fatale Wende des Versöhners Barack Obama hin zu einem spalterischen, dem Rassenhass nicht entgegentretenden Politiker, dessen Erbe die USA bis heute entzweit.

Alternative Medien haben aufgezeigt, dass sorosnahe Gruppen an den Unruhen in Ferguson beteiligt waren und sogar Demonstranten bezahlt haben. Im Jahr 2015 zahlte Open Society 650.000 US-Dollar an die »Black Lives Matter«-Bewegung, um »technische Infrastruktur und Aufbauhilfe« zu leisten, wie Breitbart berichtete. Im Zuge der sich radikalisierenden Schwarzenbewegung kam es sogar zu einer Serie von Polizistenmorden wie in Dallas 2016, als fünf Polizisten getötet wurden. Der Randalierer Tyrone Harris wurde mit Geld der Soros-NGO MORE auf Kaution freigelassen, nur um ein Jahr später die Polizei von Ferguson mit einer Waffe anzugreifen.

Video: Randalierer Tyrone Harris greift am Jahrestag von Ferguson Polizei mit Pistole an

Die Verbrechensforscherin Heather MacDonald spricht von einem »Ferguson-Effekt«, bei dem die Polizei aufhört, schwarze Viertel zu kontrollieren, ehe sie als »rassistisch« gebrandmarkt wird, und die Kriminalität dadurch außer Kontrolle gerät. Das ehemals beschauliche St. Louis hat heute die höchste Mordrate der USA – beinahe ausschließlich in schwarzen Vierteln.

Mittendrin statt nur dabei war damals ›Welt‹-Korrespondent Ansgar Graw. Am 18.8.2014 wurde er von der Polizei von Ferguson verhaftet, weil er sich Aufforderungen widersetzte, das Bürgerkriegsgebiet von Ferguson zu räumen. »Der Tag, an dem die US-Polizei mein Feind wurde«, schrieb Graw am 19.8.2014 in der ›Welt‹, und ergriff lieber mit den Plünderern und Randalierern Partei gegen die Polizei, die um ihr Leben fürchtete: »Sie sind auch Journalist?«, schnappte einer der Polizisten laut Graws Bericht. »Dann schämen Sie sich! Alle Journalisten müssen sich schämen! Sie alle stellen die Ereignisse hier völlig falsch dar!«

Zusammen mit dem Journalisten Frank Herrmann wurde Graw verhaftet und in Plastikhandschellen gelegt, weil sie einer Aufforderung der Polizei »weiterzugehen« nicht nachgekommen waren, sondern nur im Kreis gegangen waren. Am 30.3.2015 reichte Graw mit den deutschen Kollegen Frank Herrmann (›Rheinische Post‹), Lukas Hermsmeier (›Welt‹, ›Bild‹) und dem US-Amerikaner Ryan Deveraux Klage gegen die Polizei und den Landkreis von St. Louis ein.

Die Lage in Ferguson war zu dieser Zeit bürgerkriegsähnlich, die Polizei überfordert. Die Journalistin Cassandra Fairbanks, die wochenlang vor Ort war und seitdem an PTSB leidet, bestätigt gegenüber dem ›Deutschland-Kurier‹, dass die Polizei häufig Journalisten gegenüber übergriffig wurde. »Ich habe Pfefferspray abbekommen, der Journalist Tim Pool wurde verhaftet. Ich hätte auch geklagt, wenn ich gekonnt hätte«, so Fairbanks. Gut möglich also, dass die Klage berechtigt war.

Interessant ist aber, wie die Klage zustande kam. Ryan Deveraux schrieb für die linke Webseite ›The Intercept‹, die den Open Society Foundations nahesteht. Die deutschen Journalisten wurden daraufhin von der Kanzlei Squire Patton Boggs kontaktiert, einer führenden Lobbykanzlei aus Washington, D. C., die anbot, ihren Fall zu übernehmen.

Squire Patton Boggs steht den Demokraten nahe und spendete 2014 311.976 US-Dollar an Hillary Clinton und 288.759 US-Dollar an Barack Obama. Die Klage wurde am 11.5.2016 außergerichtlich beigelegt, die Journalisten erhielten laut Huffington Post 12.500 US-Dollar Schadensersatz und die Stadt St. Louis verpflichtete sich, Polizeikräfte im Umgang mit Journalisten zu schulen. Squire Patton Boggs erhielt außerdem von der Obama-Regierung den lukrativen Auftrag, Reformen der Polizei von Ferguson zu überwachen (obwohl der Bericht des Justizministeriums kein Fehlverhalten der Polizei fand.).

Der ›Deutschland-Kurier‹ befragte Ansgar Graw, ob es nicht für einen Journalisten problematisch sei, Dienstleistungen von einer führenden Lobbyistenkanzlei anzunehmen, die einer bestimmten politischen Partei nahesteht. Die Antwort steht noch aus.

Gegenüber dem ›Deutschland-Kurier‹ gab Graw außerdem an, keine Kontakte zu George Soros oder seinen Stiftungen zu unterhalten.

Am 29./30.6.2018 war Graw jedoch mit den ›Welt‹-Kollegen Robin Alexander, Manuel Bewarder, Anette Dowideit und Annelie Naumann als geladene Redner bei der Konferenz Netzwerk Recherche in Hamburg zu Gast, bei der sich alljährlich führende deutsche Medienvertreter wie Anja Reschke und Patrick Gensing mit »Experten« diverser sorosnaher Medienlobbygruppen treffen, unter anderem einem halben Dutzend Mitarbeiter von Correctiv sowie dem türkischen Ableger ›Özgürüz‹, etlichen Mitarbeitern von ›Buzzfeed‹ (Chefredakteur Daniel Drepper ist Mitveranstalter von ›Netzwerk Recherche‹ und ›Correctiv‹-Mitbegründer), den umstrittenen Neuen deutschen Medienmachern, dem britischen bellingcat, Arne Semsrotts Frag den Staat, Frederik Obermaier und Bastian Obermayer von der ›Süddeutschen Zeitung‹ und dem Soros-Netzwerk ICIJ, mehreren Rednern von Reporter ohne Grenzen sowie von ›Investigate Europe‹, ›Journalismfund.eu‹ und netzpolitik.org.

Der Axel Springer Verlag ist außerdem Mitglied im Förderkuratorium von ›Netzwerk Recherche‹, gemeinsam mit der Otto Brenner Stiftung (IG Metall), der Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne) und der Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP).

Zu den Themen 2018 gehörten:

  • »Am Pranger: Die Populisten und die Medien« mit Armin Wolf, ›ORF‹, Anja Reschke, ›NDR‹, und Jakob Augstein;
  • »Tatsachenbehauptung oder Meinungsäußerung? Wie wir juristisch wasserdicht formulieren können« mit ›Spiegel‹-Justiziar Uwe Jürgens;
  • »Lügenpresse auf die Fresse? Laut und freundlich durch den Shitstorm« mit Susanne Tannert von ›#ichbinhier‹ und Gilda Sahebi, ›Neue deutsche Medienmacher‹;
  • »Hass und Drohungen gegen Journalisten – wo bleibt unsere Solidarität?« u. a. mit Patrick Gensing, ›ARD‹-Faktenfinder, und Anja Reschke, ›NDR‹, Leiterin Innenpolitik;
  • »Netzwerk der Neuen Rechten – eine Gegenkultur aus Denkfabriken, Verlagen und rechten Multimillionären« mit Christian Fuchs, ›Die Zeit‹.

Über Netzwerke linker Multimilliardäre haben wir keine Veranstaltung im Programm gefunden. Kritische konservative Medienschaffende wie Henryk M. Broder, Roland Tichy, Anabel Schunke oder David Berger waren nicht eingeladen.

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